Vucic verurteilte von Seselj ausgelösten diplomatischen Skandal
Belgrad (APA) - Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hat am Mittwochabend den vom Ultranationalisten Vojislav Seselj anlässlich eines ersten ...
Belgrad (APA) - Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hat am Mittwochabend den vom Ultranationalisten Vojislav Seselj anlässlich eines ersten Besuches einer kroatischen Parlamentsdelegation in Serbien ausgelösten diplomatischen Skandal verurteilt. Alles, was passiert sei, sei sehr schädlich für die Republik Serbien, sagte Vucic dem staatlichen TV-Sender RTS.
Von ihm werde jegliche Gewalt, jede Drohung verurteilt. Auch seien durch die Ereignisse im Parlament schlechte Signale ausgesendet worden. Vucic drückte gleichzeitig sein Bedauern über die Entscheidung der kroatischen Parlamentsdelegation aus, den Besuch in Belgrad abzubrechen und nach Zagreb zurückzukehren.
Seselj hatte im Parlament versucht, eine kroatische Staatsflagge zu zerreißen. Er soll laut Medienberichten die kroatische Delegation auch laut als „Faschisten“ beschimpft haben. Serbiens Botschafterin Mira Nikolic lehnte es der staatlichen Presseagentur Tanjug zufolge ab, eine Protestnote Kroatiens anzunehmen. Belgrad habe offiziell nichts unternommen, was den Abbruch des Besuches rechtfertigen würde, lautete die Erläuterung.
Seselj ist Klubchef der ultranationalistischen Serbischen Radikalen Partei. Erst kürzlich war er vom UNO-Tribunal zu zehn Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen verurteilt worden. Da er im Gefängnis des Haager Tribunals bereits fast zwölf Jahre verbracht hatte, muss er nicht mehr in die Haft zurückkehren. Mehrere oppositionelle Abgeordnete haben in den vergangenen Tagen die Parlamentsführung aufgefordert, Seselj das Mandat zu entziehen.
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