Diplomatischer Skandal: Zagreb protestiert gegen Provokation Seseljs
Zagreb (APA) - In Kroatien ist der diplomatische Skandal, den der serbische Ultranationalist Vojislav Seselj anlässlich des Besuches des kro...
Zagreb (APA) - In Kroatien ist der diplomatische Skandal, den der serbische Ultranationalist Vojislav Seselj anlässlich des Besuches des kroatischen Parlamentspräsidenten Gordan Jandrokovic in Belgrad im serbischen Parlament verursacht hat, einstimmig verurteilt worden. In einer Protestnote wurde von den serbischen Behörden „Null Toleranz für derart inakzeptable Zwischenfälle“ gefordert.
Seselj war Berichten zufolge auf einer kroatischen Fahne die im Parlament aufgestellt wurde, herumgetrampelt und hatte versucht, sie zu zerreißen. Dazu beschimpfte er in der Parlamentslobby die kroatische Delegation. Daraufhin brach die kroatische Delegation den am Mittwoch begonnenen zweittägigen Besuch ab.
„In Anbetracht dessen, dass die Würde des kroatischen Nationalsymbols mit einer so abscheulichen Tat verletzt wurde, haben wir beschlossen, den Besuch abzubrechen und nach Zagreb zurückzukehren“, sagte Jandrokovic bei einer Pressekonferenz in Zagreb, die nach der Rückkehr der Delegation abgehalten wurde.
Premier Andrej Plenkokvic und Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic stimmten überein, dass der Abbruch des Besuchs die richtige Reaktion gewesen sei. „Das war eine angemessene Antwort auf diese Art der Provokation“, sagte Plenkovic. „Ich erwarte, dass Serbien den Zwischenfall verurteilt“, fügte er hinzu.
Die Staatspräsidentin verurteilte den Zwischenfall als „Barbarei des verurteilten Kriegsverbrechers“, berichtete die Medien. In einer Mitteilung drückte sie die Hoffnung aus, dass damit „der Fortschritt in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern, der in vergangenen Monaten erreicht wurde“, nicht geschädigt werde. Grabar-Kitarovic begrüßte die Reaktion von hochrangigen serbischen Vertretern. Präsident Aleksandar Vucic, Ministerpräsidentin Ana Brnabic und Parlamentspräsidentin Maja Gojkovic verurteilten den Vorfall.
Das Zagreber Außenamt bestellte unterdessen die serbische Botschafterin, Mira Nikolic, ein, um gegen den „unzivilisierten und inakzeptablen Angriff des verurteilten Kriegsverbrechers“ zu protestieren. Gegenüber der Botschafterin sei „der schärfte Protest“ ausgedrückt worden, teilte das Außenministerium mit.
In der Protestnote forderte Zagreb von serbischen Behörden auch, dass sie „unverzüglich entsprechende Maßnahmen unternehmen“. Dazu wurde kritisiert, dass Seselj durch fehlende Sanktionen für seine früheren Zwischenfälle „offenbar ermutigt“ worden sei, hieß es mit Bezug darauf, dass der Chef der Serbischen Radikalen Partei in der Vergangenheit bereits die kroatische Flagge in Brand steckte. Die Botschafterin lehnte laut der Mitteilung ab, die Protestnote zu übernehmen, so dass sie der serbischen Botschaft zugeschickt wurde.
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