Ohne neue Gleise geht es für Achsenseebahn nur noch bergab
Der Achenseebahn geht langsam, aber sicher das Geld aus. Überraschend hat Verkehrsminister Hofer Hilfe zugesagt. LH Platter zeigt sich gesprächsbereit.
Von Eva-Maria Fankhauser
Jenbach –Für die einen ist sie eine Umweltsünde, die schleunigst verschwinden soll. Für die anderen ist die Achenseebahn ein Stück Nostalgie. Die Wogen gehen hoch, wenn es um die Zahnradbahn von Jenbach nach Seespitz am Achensee geht.
Verkehrsminister Norbert Hofer (FP) will mit LH Günther Platter (VP) über ein Rettungspaket sprechen und signalisiert Hilfe durch Bundesmittel – die TT berichtete. Achenseebahn-Direktor Georg Fuchshuber wäre bei dieser Info gestern fast die Kaffeetasse aus der Hand gefallen: „Ich freue mich! Der Minister hat den Wert der Bahn erkannt.“ Dass dieser die Initiative ergreift, überrascht Fuchshuber, da die FPÖ seit einem Betriebsbesuch im Vorjahr nichts mehr von sich hören ließ.
Seit 2015 die Bundesmittel aus dem Mittelfristigen Investitionsprogramm (MIP) gestrichen wurden, pfeift die Bahn quasi aus dem letzten Loch. „Infrastrukturerneuerungen wie für die 129 Jahre alten Gleise können wir nicht alleine stemmen“, sagt Fuchshuber. Und ohne neue Gleise – die Erneuerung würde rund 20 Mio. € kosten – rückt die Elektrifizierung in weite Ferne.
Während sich ein TT-Leser per Mail über das „umweltverschmutzende Vehikel“ beschwerte und sich über die Einstellung des „stinkenden Dampfrosses“ freuen würde, sieht Fuchshuber eine Chance als Nahverkehrsbahn. Man sei anstatt mit dem Bus in 24 Minuten mit den künftigen Triebwägen in acht Minuten von Jenbach aus am Achensee. In weiterer Folge könnten Stauprobleme auf den Straßen und knapper Parkraum in Jenbach umgangen werden.
Laut Markus Abwerzger (Klubchef der Tiroler FPÖ) sei die Achenseebahn die einzige Regionalbahn, die ohne öffentliche Zuschüsse fährt. Da legt der Jenbacher BM Dietmar Wallner ein Veto ein: „Die Aktionärsgemeinden Achenkirch, Eben a. A. und Jenbach haben auch nach Entfall des MIP weiterhin die vereinbarten Zuschüsse geleistet.“
Mindestens so erstaunt wie Fuchshuber war auch LH Platter über das Schreiben des Verkehrsministers. In seiner Antwort betont er, dass seitens des Landes die Anschlussförderung nie in Frage stand. „Es war das Land Tirol, das im Vorjahr durch einen kurzfristigen Zuschuss von 150.000 € eine notwendige Investition überhaupt erst möglich gemacht und gemeinsam mit den Regionsgemeinden eine Einstellung des Betriebes verhindert hat.“ Er sei gesprächsbereit und „bei einem Umdenken im Verkehrsministerium“ stehe einer gemeinsamen Lösung nichts im Wege.
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