Paar in Graz vor Gericht: Ältere Menschen in Wohnungen beraubt

Graz/Steyr (APA) - Ein Paar ist am Donnerstag in Graz wegen zweifachen Raubes vor Gericht gestanden. Die beiden sollen in Graz und Steyr ält...

Graz/Steyr (APA) - Ein Paar ist am Donnerstag in Graz wegen zweifachen Raubes vor Gericht gestanden. Die beiden sollen in Graz und Steyr ältere Menschen in deren eigenen Wohnungen festgehalten und bestohlen haben. In einem Fall war auch die achtjährige Tochter der Frau dabei. Der Mann leugnete das meiste, die Frau gab zumindest zu, das Geld genommen zu haben.

Die beiden Rumänen sind 33 Jahre alt und gaben an, jeweils für ein paar Monate von Ungarn nach Österreich zu kommen, „um Gelegenheitsarbeiten zu machen und zu betteln“. In dieser Zeit schlafen die beiden - oft auch mit der achtjährigen Tochter der Frau - im Auto und verdienen nach eigenen Angaben zusammen rund 500 bis 600 Euro im Monat. Um freiwillige Spenden ging es bei der Verhandlung allerdings nicht, sondern um das, was sich die beiden mit Gewalt angeeignet haben sollen.

In Graz läutete das Paar zusammen mit dem Mädchen bei einem 86-Jährigen. Keiner der Angeklagten will den Pensionisten angegriffen oder bedroht haben, die Frau gab aber zu, 290 Euro aus seiner Brieftasche entwendet zu haben. Die Angaben des Opfers sahen anders aus: „Sie hat mich in die Wohnung geschoben, die beiden anderen sind mitgekommen“, schilderte der Pensionist. Dann habe ihn der Mann an den Handgelenken festgehalten, bis seine Komplizin die Wohnung durchsucht hatte. Nachdem sie Geld gefunden hatte, waren alle drei sehr schnell weg. Der Bestohlene konnte aber das Kennzeichen des Wagens notieren, und so flogen die beiden auf.

Zuvor sollen sie bereits in Steyr eine 94-Jährige mit ähnlichen Methoden um 50 Euro erleichtert haben. Die Frau öffnete die Türe, weil sie dachte, ihr Essen werde geliefert. Dann soll ihr die 33-Jährige den Mund zugehalten und sie bestohlen haben. Diesen Vorwurf bestritten beide vehement. Sie wurden allerdings von einem Pfarrer beobachtet, wie sie zu ihrem Auto liefen und überstürzt wegfuhren. Auch dieser Zeuge notierte sich vorsorglich das Kennzeichen.

„Ist das ein Zufall, dass das alles Pensionisten sind?“, fragte Richter Stefan Koller. „Wir läuten überall“, meinte der Angeklagte. Er beschrieb, dass sie um Arbeit fragen oder betteln würden und meistens etwas Geld, oft auch Lebensmittel oder Kleidung erhalten würden. „Sie leben davon, dass die Leute nett zu Ihnen sind, wieso haben Sie da dem Herren 290 Euro weggenommen?“, wollte der Richter wissen. „Davon habe ich erst später erfahren“, rechtfertigte sich der Angeklagte.

Ein Urteil wurde für den Nachmittag erwartet.