Italiens Parteien blicken auf Regionalwahlen in Molise und Friaul

Rom (APA) - Während Italiens politische Kräfte noch nach einem Ausweg aus dem politischen Stillstand nach den Parlamentswahlen am 4. März su...

Rom (APA) - Während Italiens politische Kräfte noch nach einem Ausweg aus dem politischen Stillstand nach den Parlamentswahlen am 4. März suchen, stehen sie bereits vor einem neuen Wahltest. Am kommenden Sonntag sind Regionalwahlen in der kleinen süditalienischen Region Molise geplant. Eine Woche später (29. April) folgen Regionalwahlen in dem an Kärnten grenzenden Friaul Julisch Venetien.

Die Regionalwahlen haben zwar einen lokalen Charakter könnten jedoch die Position der Parteien bei den Verhandlungen zur Regierungsbildung stärken, oder schwächen. Etwa 254.000 Wähler sind zu den Regionalwahlen in Molise aufgerufen, deren Ausgang durchaus ungewiss ist. Schwergewichte der italienischen Politik - von Mitte-rechts-Chef Silvio Berlusconi über den Lega-Vorsitzenden Matteo Salvini bis zum Fünf Sterne-Spitzenkandidaten Luigi Di Maio - führen seit Tagen einen intensiven Wahlkampf in der Region. Sie wissen genau, dass das Wahlergebnis in Molise sowie in Friaul bedeutende Auswirkungen auf die Regierungsverhandlungen in Rom haben könnte.

Die Fünf-Sterne-Bewegung hofft in Molise auf einen klaren Sieg. Schließlich war sie bei den Parlamentswahlen am 4. März mit 44,8 Prozent der Stimmen bei weitem die meistgewählte Partei in dieser Region. Mit einem Wahlerfolg könnte Parteichef Di Maio seinen Regierungsansprüchen in Rom größeren Nachdruck verleihen. Ins Rennen um die Führung der Region an der Adria schickt die Fünf Sterne-Bewegung den unbekannten 33-jährigen Juristen mit Schauspielerfahrung Andrea Greco.

Die Mitte-rechts-Allianz setzt auf den Steuerberater Donato Toma im Rennen um die Führung der Region Molise. Um ihn zu unterstützen, reiste Berlusconi persönlich nach Campobasso, der Hauptstadt der Region Molise, und hielt eine Wahlansprache. Auch der ambitionierte Vorsitzende der ausländerfeindlichen Lega, Matteo Salvini, tourte in Molise. „Wenn die Lega sowohl in Molise als auch in Friaul gewinnt, können wir sehr rasch eine Regierung in Rom bilden“, versicherte der Lega-Chef.

Salvini erwartet einen klaren Sieg bei den Wahlen in Friaul. Laut der jüngsten, vom Meinungsforschungsinstitut SWG veröffentlichten Umfrage könnte der Mitte-Rechts-Kandidat und Salvini-Vertraute Massimiliano Fedriga die Regionalwahlen mit zwischen 47 und 51 Prozent gewinnen. Fedrigas Mitte-Links-Rivale Sergio Bolzonello könnte es auf maximal 30 Prozent der Stimmen bringen, ergab die Umfrage. Die Lega scheint in Friaul von den positiven Ergebnissen bei den Parlamentswahlen zu profitieren. Laut der Umfrage könnte die Partei circa 29 bis 33 Prozent erreichen. Bei den Parlamentswahlen hatte die Salvini-Partei in der autonomen Region 25,8 Prozent der Stimmen erobert.