Bericht: Kurdenmiliz YPG hat 400 ausländische Jihadisten in Gewahrsam
Berlin (APA/dpa) - Die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien hat einem Bericht zufolge rund 400 ausländische IS-Kämpfer im Gewahrsam, darunter auch ...
Berlin (APA/dpa) - Die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien hat einem Bericht zufolge rund 400 ausländische IS-Kämpfer im Gewahrsam, darunter auch „einige wenige“ Deutsche. Das sagte ein Sprecher des Parteienbündnisses Tev-Dem, das die Region kontrolliert, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Freitag.
Zu den festgesetzten Islamisten zählt auch der deutsch-syrische Islamist Mohammed Haidar Sammar, der von kurdischen Sicherheitsdiensten in deren Hauptquartier in Raqqa verhört wurde.
Ein YPG-Sprecher nannte die Gefangenen eine zunehmende Belastung für die Kurdenmiliz, wie es in dem Bericht hieß. Die YPG sei im Kontakt zu den Regierungen der Herkunftsländer der Gefangenen. „Sie sagen uns immer wieder, dass sie sie herausholen, aber sie tun es nicht.“
Er wünsche sich, dass die YPG mehr Unterstützung wegen der Gefangenen bekomme, unter denen sich „extrem gefährliche Menschen“ befänden. „Die UN sollten sich dafür einsetzen und Schritte einleiten. Wir wissen nicht, wie lange diese Situation seitens der YPG beherrscht werden kann.“
Das Auswärtige Amt in Berlin teilte dem Bericht zufolge mit, man habe zwar „Kenntnis von Fällen deutscher Staatsbürger, die sich in Nord-Syrien in Gewahrsam befinden sollen“, aber keine eigenen Erkenntnisse. Auch die genaue Zahl der deutschen Gefangenen im Norden Syriens sei nicht bekannt. Da die Botschaft in Damaskus geschlossen sei, sei ein konsularische Betreuung der Gefangenen „faktisch derzeit nicht möglich“. Im benachbarten Irak sind den Angaben zufolge derzeit zehn Deutsche inhaftiert.
Sammar soll der Hamburger Zelle um Mohammed Atta, einem der Attentäter vom 11. September 2001, eng verbunden gewesen sein. Zuletzt soll er sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben.
Kommentare