Litauen benennt Museum für die Opfer des Genozids um
Vilnius (APA/dpa) - Der zentrale Erinnerungsort für den Terror der Sowjetzeit in Litauen bekommt einen neuen Namen. Statt Museum für die Opf...
Vilnius (APA/dpa) - Der zentrale Erinnerungsort für den Terror der Sowjetzeit in Litauen bekommt einen neuen Namen. Statt Museum für die Opfer des Genozids soll die von einem staatlich finanzierten Forschungszentrum betriebene Gedenkstätte in der Hauptstadt Vilnius künftig Museum der Okkupation und Freiheitskämpfer heißen.
Dies sieht ein am Donnerstag vom litauischen Parlament beschlossenes Gesetz vor. Ein Zeitpunkt für die Umbenennung steht noch nicht fest.
Der bisherige Name des 1992 in der früheren Zentrale des sowjetischen Geheimdienstes KGB eingerichteten Museums wurde in der Vergangenheit wiederholt kritisiert. Besonders von jüdischer Seite gab es deutliche Vorbehalte gegen die Begriffsverwendung.
Das Museum konzentriert sich hauptsächlich auf Verbrechen des sowjetischen Regimes in Litauen, die in dem EU- und NATO-Land als Völkermord angesehen werden. Ergänzend werden Ausstellungen zur litauischen Widerstandsbewegung gezeigt. Dagegen wird nach Ansicht von Kritikern die litauische Mittäterschaft am Holocaust nur unzureichend thematisiert - obgleich das Gebäude einst auch die Gestapo und den NS-Geheimdienst SD beherbergte.
Litauen wurde im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von der Sowjetunion und Nazi-Deutschland besetzt. Während der deutschen Besatzung zwischen 1941 und 1944 ermordeten die Nationalsozialisten und einheimische Helfer mehr als 90 Prozent aller damals rund 200 000 in Litauen lebenden Juden. Nach Kriegsende wurde der Baltenstaat bis 1990 unfreiwillig Teil der Sowjetunion. Damit verbunden waren Repressionen und die Massendeportation Hunderttausender Litauer.
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