Maas nennt Antisemitismus in Deutschland „beschämend“
Berlin (APA/dpa) - Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat die jüngsten antisemitischen Vorfälle in Deutschland als „beschämend“ verurteil...
Berlin (APA/dpa) - Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat die jüngsten antisemitischen Vorfälle in Deutschland als „beschämend“ verurteilt. „Das zeigt, wir müssen auch heute noch gegen jede Form von Antisemitismus sehr klar Stellung beziehen“, sagte er am Donnerstag in Berlin bei einer Festveranstaltung zum 70. Gründungsjubiläum Israels. „Unsere Verantwortung, uns schützend vor jüdisches Leben zu stellen, die endet nie.“
Für Antisemitismus gebe es keine „Bagatellgrenzen“, betonte der SPD-Politiker. „Solange jüdische Schulen und die Synagogen in Deutschland von der Polizei geschützt werden müssen, solange junge Männer auf offener Straße verprügelt werden, nur weil sie eine Kippa tragen, und solange Preise für judenfeindliche Provokationen verliehen werden, ist das beschämend.“
Die Rapper Farid Bang und Kollegah waren vor wenigen Tagen für ein als judenfeindlich kritisiertes Album mit dem Echo-Musikpreis ausgezeichnet worden. Für Empörung sorgt derzeit zudem ein judenfeindlicher Angriff auf einen jungen Mann, der eine Kippa trug, im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. In Berlin und anderen deutschen Städten werden Synagogen und jüdische Einrichtungen rund um die Uhr von der Polizei bewacht.
An der Festveranstaltung in Berlin nahmen auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff teil. Maas nannte die enge deutsch-israelische Freundschaft mehr als 80 Jahre nach dem Holocaust ein „wunderbares Geschenk“ für alle Deutschen. „Manchmal haben wir auch den Eindruck, dass es ein unverdientes Geschenk ist“, sagte er. Er betonte, dass die Erinnerung an die Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis wachgehalten werden müsse. „Und dafür gibt es keinen Schlussstrich“, sagte er.
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