US-Börsen

New York (APA) - An den US-Börsen haben die Marktteilnehmer ihr Pulver vorerst verschossen. Es wurde auf Sorgen hinsichtlich weiter ansteige...

New York (APA) - An den US-Börsen haben die Marktteilnehmer ihr Pulver vorerst verschossen. Es wurde auf Sorgen hinsichtlich weiter ansteigenden US-Leitzinsen nach den jüngsten positiven Konjunkturnachrichten verwiesen. So gab der Dow Jones Industrial Index um 83,18 Punkte oder 0,34 Prozent auf 24.664,89 Einheiten nach. Der Leitindex knüpft damit an seine geringen Kursverluste vom Vortag an, als ihm auf dem höchsten Niveau seit einem Monat die Luft ausgegangen war. Vorschusslorbeeren für die anlaufende Berichtssaison hatten ihm zu Wochenbeginn dorthin verholfen.

Auch die übrigen New Yorker Leitindizes zollten ihrer jüngsten Rally Tribut: Der S&P-500 Index fiel um 15,51 Punkte oder 0,57 Prozent auf 2.693,13 Zähler zu. Der Nasdaq Composite Index verlor 57,18 Einheiten oder 0,78 Prozent auf 7.238,06 Zähler. Beide waren am Vortag noch etwas weiter auf den höchsten Stand seit Mitte März gestiegen.

In den USA hatte sich der sogenannte Philly-Fed-Index im April überraschend aufgehellt. Der Indikator der regionalen Notenbank war von 22,3 Punkten im Vormonat auf 23,2 Punkte gestiegen, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde.

Weltweit waren die Werte der Ölkonzerne in den Fokus gerückt. Der fortgesetzte Höhenflug der Ölpreise sorgte für Aufmerksamkeit. Der Brent-Preis markierte heute den höchsten Stand seit November 2014. In der Rally bei den Rohstoffpreisen werden neben Sanktionen gegen Russland auch die geopolitischen Spannungen um Syrien eingepreist, erklärt Jochen Stanzl von CMC Markets. Dahinter stehe aber auch ganz klar die Erwartungshaltung, dass auf Druck der amerikanischen Handelspolitik Chinas Führung beim Abbau von Überkapazitäten mehr Gas geben wird als bisher, fährt er fort. Steigende Rohstoffpreise seien also auch ein Signal des Marktes, dass man an einen Erfolg der US-Regierung im Handelskonflikt mit den Chinesen glaube. Die Anleger in den USA hielten sich allerdings zurück. Chevron notierten knapp im Minus und Exxon Mobil legten nur um 0,13 Prozent zu.

Daneben konnten Alcoa mit Zahlen aufwarten - und die jüngste, von US-Sanktionen gegen Russland ausgelöste Rally ging bei den Papieren weiter - auch wenn frühe Gewinne von fast 5 Prozent zuletzt auf nur noch 1,5 Prozent abbröckelten. Der Aluminiumkonzern hatte die Erwartungen im ersten Quartal deutlich übertroffen und schraubte sein Gewinnziel für das Geschäftsjahr nach oben - auch wegen der schwelenden Handelskonflikte und einem erwarteten Alu-Defizit.

Kräftigen Rückenwind gab es auch bei American Express, die mit einem Satz nach oben um 7,77 Prozent den Dow anführten. Ausgabefreudige Kunden und geringere Steuern hatten dem Kreditkartenanbieter zu Jahresbeginn einen kräftigen Gewinnsprung ermöglicht.

Auf der anderen Seite gab es nach Zahlenvorlagen aber auch deftige Verluste. In Zeiten einer allgemein nachlassenden Zigaretten-Nachfrage setzte eine schwache Umsatzentwicklung im ersten Quartal den Anlegern von Philip Morris schwer zu. Ein Kurseinbruch um 15,6 Prozent führte die Papiere auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren.

Im Dow sackten die Papiere des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble am Indexende um 3,5 Prozent ab - auch nach Zahlen, vor allem aber wegen eines vermeldeten Kaufs. Für das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten des deutschen Merck-Konzerns macht das Unternehmen 3,4 Milliarden Euro locker. Für Merck sei dies ein guter Preis, schrieben die Analysten von Kepler Cheuvreux.

Der Internetgigant Amazon hat inzwischen weltweit mehr als 100 Millionen zahlende Kunden für seinen Abo-Service Prime. Das hatte Konzernchef Jeff Bezos am Mittwoch in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre mitgeteilt. Es ist das erste Mal, dass der Konzern selbst konkrete Angaben zu den Prime-Mitgliedschaften macht. Die Anleger zeigten sich erfreut: Die Aktien stiegen um 1,9 Prozent.

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