Streit über Mehrkosten für neues Schulzentrum Hall
Der Finanzierungsbedarf erhöht sich, vor allem durch den Baukostenindex, um bis zu zwei Mio. Euro. Von Teilen der Opposition kommt massive Kritik.
Hall –Beim im Bau befindlichen „Schulzentrum Hall in Tirol“ sind, wie berichtet, Mehrkosten von bis zu zwei Mio. Euro zu erwarten. Diesen erhöhten Finanzierungsbedarf hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nun „zustimmend zur Kenntnis genommen“. Über die nötigen Anträge bezüglich Nachtragskrediten und Zwischen- bzw. Ausfinanzierung soll demnächst entschieden werden.
Das Bauvorhaben sei zwar mit 16,5 Mio. Euro gedeckelt, im entsprechenden Gemeinderatsbeschluss und dem Kostenbeteiligungsvertrag mit den Sprengelgemeinden sei aber festgehalten worden, dass – angesichts der Ausführungsdauer eines solchen Großvorhabens – Indexanpassungen beim Baukostenindex hinzukommen, betonte BM Eva Posch, ebenso unerwartete Mehraufwendungen und Zusatzausgaben. „Es ist alles im Rahmen, wie vereinbart und vorgesehen.“
GR Nicolaus Niedrist erklärte im Namen seiner Liste „Für Hall“ jedoch, „auf keinen Fall zustimmen“ zu können, wenn man den Werdegang des Projekts betrachte. Er verwies etwa darauf, dass bei der Schule schon zuvor 250 Quadratmeter an Räumlichkeiten gegenüber den ursprünglichen Plänen eingespart worden seien. Nun sei man weiter dabei, einzusparen und von der Planung abzuweichen. „Wir bauen eine andere Schule als ursprünglich geplant.“ Wie Niedrist merkte auch StR Barbara Schramm-Skoficz (Grüne) an, dass die Architekten schon im Jahr 2015 darauf hingewiesen hätten, „dass diese Schule um diesen Preis nicht zu bauen ist. Wir sehen nun, dass sie Recht hatten.“ Man sei das Projekt „mit völlig falschen Zahlen“ angegangen.
Vize-BM Werner Nuding (VP), Obmann des Raumordnungs- und Schulzentrumsausschusses, zeigte sich empört über die Kritik. Dass eine „andere Schule gebaut“ werde, sei „eine komplette Fehlinterpretation, ein Fake“. Bislang habe es „keine Einsparungen zu Lasten der Qualität“ gegeben, „das wird eine tolle Schule auf dem neuesten Stand“. Die 250 Quadratmeter habe man z. B. einsparen können, weil es möglich sei, die EDV-Räume in der direkt angrenzenden Polytechnischen Schule Hall unterzubringen.
Die Indexanpassungen seien immer eingepreist gewesen, so Nuding. Vor etwa einem Monat habe man alle Bürgermeister der Nachbargemeinden über die aktuellen Kosten informiert, „da gab es keine einzige Stimme dagegen“, manche hätten sogar mit höheren Kosten gerechnet.
Bei einer Bauzeit von zwei Jahren sei es unmöglich, die Abrechnung schon vorab „auf den Euro genau“ zu machen, meinte auch StR Gerhard Mimm (SPÖ), „weil einem eben die Kosten davonlaufen“. Jeder, der schon einmal selbst ein Haus gebaut habe, wisse, dass die Mehrkosten im Fall des Schulzentrums „eigentlich Peanuts sind“. Zumal das Projekt „penibel genau durchgeführt“ werde. (md)
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