Radsport: WM wirft ihre Schatten voraus - Alps-Tour als Generalprobe
Innsbruck (APA) - Mit der Schlussetappe der Tour of the Alps ist am Freitag der Startschuss zur Tiroler Radsaison gefallen. Das Teilstück vo...
Innsbruck (APA) - Mit der Schlussetappe der Tour of the Alps ist am Freitag der Startschuss zur Tiroler Radsaison gefallen. Das Teilstück von Rattenberg nach Innsbruck soll aber auch einen Vorgeschmack auf die WM in einem halben Jahr mit wichtigen Aufschlüssen für die Veranstalter des Großereignisses mit erwarteten 500.000 Zuschauern bringen.
Das WM-Konzept mit den vier verschiedenen Startorten Ötztal, Kufstein, Hall-Wattens und Rattenberg fordert vor allem die Verkehrsplaner voll. Außerdem ist das 13-Millionen-Euro-WM-Budget noch nicht ausfinanziert. „Es ist eine Herausforderung, aber wir sind sehr optimistisch“, betonte WM-Organisationschef Andreas Klingler im Gespräch mit der APA. Bezüglich der Budgetlücke von rund drei Millionen Euro versuchte er zu beruhigen. „Das ist ein Fehlbetrag beim Kassensturz, da haben wir noch keine Einnahmen hineingerechnet. Es kommen noch Ticketeinnahmen für den Zielbereich und VIP-Pakete dazu, auch bei der Sponsorensuche sind wir auf einem guten Weg, dass wir noch neue dazugewinnen.“
Die Verkehrslogistik durch die verschiedenen Startorte bezeichnete Klingler als „Erschwerniszulage“. Auch die Lösung der Parkplatzsituation in Innsbruck als Zielort aller zwölf Rennen sei eine schwierige Aufgabe. „Wir haben bis jetzt zusätzliche temporäre Parkflächen für 11.000 Autos gefunden, alle in der Nähe von Bahnhöfen, damit man mit dem Zug nach Innsbruck kommt. Auch bei den große Einkaufszentren werden wir für das Wochenende noch Flächen bekommen.“
Bei der Umsetzung habe man volle Unterstützung durch die Landes- und Lokalpolitik, die Blaulichtorganisationen ziehen ebenfalls an einem Strang, bekräftigte Klingler. Natürlich gebe es auch den einen oder anderen Kritiker. Generell es schwierig, der Bevölkerung die wahre Dimension der WM zu vermittlen. „Das glaubt der Tiroler immer erst, wenn es soweit ist.“
Auch WM-Streckenplaner Thomas Rohregger verwies auf die internationale Bedeutung. „Es handelt es sich um das größte Sommersportevent, das wir jemals ausrichten werden dürfen, wir werden nie Olympische Sommerspiele haben, die Winter-Olympiade haben wir schon gehabt. Die Dimension können sich nur wenige vorstellen, was da auf uns zukommen wird“, erklärte der Ex-Profi, der für die Teilnehmer enorm schwierige Strecken mit der bis zu 28 Prozent steilen Höttinger Höll als Schlussanstieg für das Herrenstraßenrennen ausgesucht hat.
Zur Verdeutlichung der WM-Dimension nannte Rohregger die weltweite TV-Präsenz. Die Rennen würden in 190 Länder live übertragen, bei der Ski-WM 2017 seien es 16 Länder gewesen, bei der Biathlon-WM in Hochfilzen 20. „Radsport ist eine globale Sportart. Die WM hat eine Zuschauer-Reichweite von 250 Millionen.“
Wie Ringler sprach auch Rohregger die herausfordernden Planungen mit „schlaflosen Nächten“ für einige Verantwortliche an. „Aber summa summarum arbeiten wir alle sehr gut zusammen. Wir werden eine sensationelle Veranstaltung haben.“
Die Startortewahl zur Präsentation möglichst vieler Tourismus-Destinationen bringe freilich enormen Aufwand mit sich. „Dass wir so viel wie möglich vom Land herzeigen, ist in der operativen Umsetzung - Andreas Klingler kann ein Lied davon singen und auch alle Behördenvertreter - ein sehr schwieriges Unterfangen, aber ich glaube, wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagte Rohregger. Der Radsportweltverband habe den Vorbereitungen jedenfalls ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt.
Durch die Tour of the Alps erhofft man sich einen weiteren Impuls, international und im eigenen Land. „Das mobilisiert sehr viele Fans, die Buchungslage ist schon sehr gut, das Interesse ist groß“, sagte Rohregger. Aus Italien, Deutschland, den Benelux-Ländern und Osteuropa erwarte man besonders viele Zuschauer. Lokal biete die WM eine Riesenchance, den eigenen Ort vor einem Millionenpublikum zu bewerben. „Wir können unser Land super präsentieren, ich glaube, dass wir uns super verkaufen werden.“
Gewisse Probleme für Anrainer und viele Verkehrsteilnehmer seien während der WM aber nicht zu vermeiden. „Es wird zu Einschränkungen kommen, das ist klar, aber ich glaube, man muss es auch ein bisschen genießen“, appellierte Rohregger.
Neben Klingler, der sich die WM-OK-Chefagenden mit Georg Spazier teilt, und Rohregger arbeiten derzeit 35 Personen in der WM-Organisation mit. Involviert ist auch Wien-Marathonveranstalter Wolfgang Konrad mit seiner Agentur, die im Mai wieder voll einsteigen wird. In der Umsetzungsphase sollen es laut Klingler mit allen Volunteers 600 bis 700 Mitarbeiter sein.
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