Coface sieht Anzeichen für Konjunkturabschwächung in Industrieländern

Wien (APA) - Das starke globale Wirtschaftswachstum dürfte nach Einschätzung des Kreditversicherers Coface seinen Höhepunkt erreicht haben -...

Wien (APA) - Das starke globale Wirtschaftswachstum dürfte nach Einschätzung des Kreditversicherers Coface seinen Höhepunkt erreicht haben - in den Industrieländern gebe es sogar erste Anzeichen für eine Abschwächung, schreiben die Coface-Ökonomen in ihrer jüngsten Branchen- und Länderanalyse. Heuer wird die Weltwirtschaft um 3,2 Prozent wachsen, so die Prognose.

Als Bremse wirke das derzeit grassierende „Protektionismusfieber“, schreibt Coface. Die Zuversicht der Unternehmen und die Auslastung der Produktionskapazitäten in den USA würden zwar darauf hindeuten, dass der momentane Aufschwungzyklus anhalten könnte, aber geringere Gewinne der Unternehmen (minus 10,3 Prozent Ende 2017 im Vergleich zum Vorjahr) und ein allmählich überhitzender Arbeitsmarkt könnten einen Trendwechsel ankündigen.

„Erfahrungsgemäß entwickelt sich die Wirtschaft in Europa und in den Emerging Countries etwas zeitversetzt zur US-Wirtschaft“, erklärte der für Österreich zuständige Country Manager von Coface, Michael Tawrowsky. „In der Eurozone zeigen die Stimmungsindizes deutlich, dass der Höhepunkt der Wachstumserwartungen überschritten ist“, so Tawrowsky. „Dieser Wandel geht mit ernst zu nehmenden Lieferproblemen und einem anhaltenden hohen Level der politischen Risiken einher.“

Dass sich die bereits eingeführten US-Zölle auf chinesische Produkte kurzfristig auf die Wirtschaft oder den Welthandel auswirken werden, glauben die Coface-Ökonomen nicht. Für den globalen Handel erwartet der Kreditversicherer ein Wachstum von 3,7 Prozent im laufenden Jahr.

Russlands Wirtschaft behauptet sich laut Coface weiterhin gut gegen die Sanktionen westlicher Länder. Haupttreiber der Erholung seien die privaten Haushalte. Auch die Investitionen der Unternehmen würden anziehen und zur Stabilität beitragen.