ÖVAG-Abbaufirma Immigon bereitet Auflösung für 2019 vor, 2017 Gewinn

Wien (APA) - Die ÖVAG-Abbaugesellschaft Immigon hat 2017 einen Gewinn erzielt und bereitet ihre Auflösung vor. Heuer wird der Verkauf der Ve...

Wien (APA) - Die ÖVAG-Abbaugesellschaft Immigon hat 2017 einen Gewinn erzielt und bereitet ihre Auflösung vor. Heuer wird der Verkauf der Vermögenswerte fortgesetzt, die Liquidation soll 2019 starten. 2017 sei zusätzlich zum Abbau ein Projekt zur Vorbereitung der Liquidation gestartet worden, heißt es im Geschäftsbericht. Die Vorbereitungen auf die Auflösung stünden im Mittelpunkt der Anstrengungen für 2018.

„Die aktuelle Arbeitshypothese geht davon aus, dass die Liquidation der immigon nach einer Ausschreibung eines Liquidators im Jahr 2019 beginnen wird können“, schreibt die „Bad Bank“ der einstigen ÖVAG in ihrem am Freitag veröffentlichten Konzernbericht. Unverändert sei die Immigon der Ansicht, dass der Abschluss der formalen und rechtlichen Liquidation und damit die Löschung der Firma mit großer Wahrscheinlichkeit „erst sehr viel später“ erfolgen werde. In die teilstaatliche Bad Bank wurden alle abzustoßenden Beteiligungen, Kredite und Altlasten der ÖVAG geparkt. Die ÖVAG hat auch Staatshilfen erhalten. Die Immigion Portfolioabbau ist seit Juli 2015 kein Kreditinstitut mehr.

Zur Vorbereitung der Liquidation beschäftige man sich unter anderem mit dem Rückbau der IT-Systeme, dem Outsourcing von Leistungen, der Archivierung von Daten, weiteren Komplexitätsreduktionen und rechtlichen Aspekten.

Die Abbaubemühungen werde man weiter fortsetzen und sich dabei um eine aktive, rasche und bestmögliche Verwertung der Vermögenswerte im Einklang mit einer entsprechenden Reduktion der Refinanzierung bemühen. In zweieinhalb Jahren seien die aus der Vergangenheit übernommenen Risiken auf eine Restgröße von deutlich unter einer halben Milliarde reduziert worden.

Der Abbau von Krediten, Immobilien- und Leasingfinanzierungen, Wertpapieren, Beteiligungen und Derivaten habe zu einer weiteren Reduktion der Konzern-Bilanzsumme geführt, die Ende 2017 mit 1,6 Mrd. Euro um 32 Prozent unter Vorjahr lag. Gestartet ist die Immigon im Jahr 2015 mit einer Bilanzsumme von rund 7 Mrd. Euro.

Die Barreserve bestand 2017 wie im Jahr davor fast ausschließlich aus Veranlagungen bei der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und lag stabil auf dem Vorjahresniveau von rund 1,2 Mrd. Euro. Die Guthaben bei der OeNB seien zu Jahresende auch größer gewesen als die Summe aller Verbindlichkeiten und Rückstellungen, heißt es im Geschäftsbericht.

Der Konzerngewinn der Immigon-Gruppe lag bei 91,3 Mio. Euro, nach einem Verlust von 54,3 Mio. Euro. Deutlich gestiegen ist das Ergebnis aus Finanzinvestitionen, das bei plus 150 Mio. Euro lag (nach minus 4 Mio. Euro) - hier spiegelt sich die Ausschüttung aus dem Verkauf von 9,9 Millionen Aktien der Raiffeisen Bank International (RBI) im März vergangenen Jahres wider. Der Verwaltungsaufwand sank um 13 Mio. auf 38 Mio. Euro, darin zeigen sich der weiter voranschreitende Personalabbau sowie der dem geringeren Geschäftsaufwand entsprechende rückläufige Sachaufwand.

Beschäftigt waren in der Immigon-Gruppe zu Jahresende 141 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente), nach 193 Beschäftigten Ende 2016.

Das Eigenkapital hat sich zum Ende des Geschäftsjahres um 62 Mio. auf 833 Mio. Euro verbessert. Ein großer Teil des Eigenkapitals werde nach erfolgter Liquidation der Republik zufließen, hieß es heute aus der Immigon zur APA.

~ WEB http://www.immigon.com/ ~ APA300 2018-04-20/13:28