Polens Bischöfe: Polen im Ausland sollen sich besser integrieren

Warschau (APA) - Die polnischen katholischen Gemeinden im Ausland haben nicht genügend Priester, um die große Nachfrage nach muttersprachige...

Warschau (APA) - Die polnischen katholischen Gemeinden im Ausland haben nicht genügend Priester, um die große Nachfrage nach muttersprachiger Seelsorge zu decken - weshalb migrierte Polen sich künftig stärker als bisher in ihre jeweiligen Wohnpfarren integrieren sollen: Mit diesem Aufruf hat sich die Polnische Bischofskonferenz laut Kathpress an die im Ausland lebenden Polen gewandt.

In einem Hirtenbrief anlässlich der 100-jährigen Unabhängigkeit Polens, der am letzten Aprilsonntag bei den polnischsprachigen Gottesdiensten außerhalb Polens verlesen werden soll, heben die Bischöfe hervor, dass das Glaubenszeugnis der polnischen Migranten „einen positiven Einfluss auf die Gläubigen anderer nationaler Gruppen“ haben werde.

Über 2,5 Millionen Polen - mehr als sechs Prozent der Bevölkerung - leben derzeit im Ausland, wobei der Großteil davon (über eine Million) in Großbritannien lebt, gefolgt von Deutschland mit über 600.000. Als Seelsorger stehen ihnen über 2.000 im polnischen Ausland wirkende Priester und Ordensfrauen sowie eine große Anzahl engagierter Personen in liturgischen, unterrichtenden, kulturellen und sozialen Aufgaben zur Seite - eine Gruppe, denen die Bischofskonferenz in ihrem Schreiben ausdrücklich dankte. Es gebe jedoch zu wenige Geistliche, „um alle Orte zu erreichen, an denen Polen leben“, so die Bischöfe. Dies solle durch die Teilnahme an nicht in polnischer Sprache gefeierten Gottesdiensten ausgeglichen werden.

Die Bischöfe in den jeweiligen Ländern würden auf die Hilfe polnischer Katholiken zählen und deren Einheit im Glauben und die Verbundenheit mit der Kirche schätzen, hieß es weiter. Die Polen sollten daher „gute und regelmäßige Kontakte mit Katholiken anderer Nationalitäten“ suchen und Respekt gegenüber dem Aufnahmeland zeigen, das ihnen die Möglichkeit der Arbeit und der Weiterentwicklung gegeben habe. „Reifer Patriotismus hat nichts mit Nationalismus oder mit der Abkapselung von andere Kulturen oder Traditionen zu tun“, so die Bischofskonferenz.

In Österreich gibt es seit 1830 Seelsorge in polnischer Sprache. Der Hauptsitz der Polnischen Katholischen Mission in Österreich ist in der Gardekirche am Wiener Rennweg, wo es neben zwölf Sonntagsmessen auch tägliche Messen, Katechesen, Jugend- und Gebetsgruppen, offizielle Feierlichkeiten und weitere Veranstaltungen gibt. Rund 15 Prozent der in Wien und Umgebung lebenden Polen - österreichweit sind es rund 82.000 - nehmen regelmäßig an polnischsprachigen Gottesdiensten teil, die u.a. auch in der Klosterkirche der Salesianerinnen, auf dem Kahlenberg, in der Pfarre Aspern und in Neu-Simmering stattfinden. In den Bundesländern gibt es katholische polnische Gemeinden u.a. in Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Bludenz oder Dornbirn.