Simbabwes Parlament will Expräsident Mugabe wegen Korruption befragen
Harare (APA/AFP) - Knapp ein halbes Jahr nach seiner Absetzung soll Simbabwes langjähriger Präsident Robert Mugabe vor dem Parlament über mu...
Harare (APA/AFP) - Knapp ein halbes Jahr nach seiner Absetzung soll Simbabwes langjähriger Präsident Robert Mugabe vor dem Parlament über mutmaßliche Korruption in Milliardenhöhe während seiner Regierungszeit aussagen.
Die Anhörung sei für den 9. Mai vor dem Ausschuss für Bergbau und Energie angesetzt, sagte der Ausschussvorsitzende Temba Mliswa der staatlichen Zeitung „The Herald“ vom Freitag. Ob Mugabe der Aufforderung Folge leisten will, blieb zunächst offen.
Der 94-Jährige soll den Abgeordneten demnach erklären, wie es zum Verschwinden von Diamanten im Wert von 15 Milliarden Dollar (12,11 Mrd. Euro) kommen konnte. Dies hatte Mugabe im Jahr 2016 beklagt und die Schuld der in dem Land grassierenden Korruption sowie ausländischen Unternehmen zugewiesen.
Allerdings stand auch Mugabes Regierung im Verdacht, Gewinne unter anderem aus dem Diamanthandel unterschlagen zu haben. Das Parlament befragte deshalb bereits mehrere ehemalige Minister, Ex-Polizeichefs und hochrangige Staatsbeamte. Laut der Menschenrechtsgruppe Global Witness hatte die Regierung mit dem Diamantengeld die Unterdrückung der Opposition finanziert.
Mugabes ehemaliger Weggefährte Emmerson Mnangagwa hatte im November nach einer Intervention des Militärs die Nachfolge Mugabes an der Staatsspitze angetreten. Mugabe, der das Land 37 Jahre lang regiert hatte, war zunächst als Chef der Regierungspartei Zanu-PF abgesetzt worden. Später trat er auch als Präsident ab, um einem Amtsenthebungsverfahren zuvorzukommen.
Im Osten Simbabwes ist vor mehr als zehn Jahren ein reiches Vorkommen an Diamanten entdeckt worden.
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