Japans Regierungschef spendet Baum für umstrittenen Yasukuni-Schrein
Tokio (APA/AFP) - Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat einen Baum für den umstrittenen Yasukuni-Schrein in Tokio gestiftet, in de...
Tokio (APA/AFP) - Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat einen Baum für den umstrittenen Yasukuni-Schrein in Tokio gestiftet, in dem auch verurteilte Kriegsverbrecher geehrt werden. Der Regierungschef plant nach Medienberichten vom Samstag aber keinen Besuch an dem Schrein zur Einnerung an die Kriegstoten. Besuche von Politikern dort sorgen regelmäßig für Kritik aus den Nachbarstaaten.
Anfang Mai ist Abe Gastgeber eines Treffens mit dem chinesischen Regierungschef Li Keqiang und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in. Abe hatte in den vergangenen Jahren immer wieder einen als heilig geltenden Masakaki-Baum an den Schrein gespendet, nachdem ein Besuch von ihm dort 2013 für eine diplomatische Krise gesorgt hatte. China und Südkorea kritisierten Abe damals scharf; auch die US-Regierung zeigte sich „enttäuscht“. Offiziell betont die Regierung, Besuche am Yasukuni-Schrein erfolgten stets privat.
Der Yasukuni-Schrein ist umstritten, weil dort mit Japans 2,5 Millionen Kriegstoten auch 14 verurteilte Kriegsverbrecher geehrt werden. Für viele Japaner ist ein Spaziergang über die von Kirschbäumen gesäumten Steinwege der Anlage allerdings eine unpolitische Tradition - vor allem während des Frühlingsfests.
Chinesen und Koreaner, deren Länder von Japan im Zweiten Weltkrieg besetzt waren, sehen in dem Schrein eine Verherrlichung der dunkelsten Kapitel der japanischen Geschichte.
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