Armenischer Regierungschef rief Demonstranten zu Dialog auf
Eriwan (APA/dpa) - Am neunten Tag der friedlichen Proteste in Armenien hat der umstrittene neue Ministerpräsident Sersch Sarkissian die Oppo...
Eriwan (APA/dpa) - Am neunten Tag der friedlichen Proteste in Armenien hat der umstrittene neue Ministerpräsident Sersch Sarkissian die Opposition zu Gesprächen aufgerufen. „Ich bin sehr besorgt über die Entwicklung der innenpolitischen Lage“, sagte er einer Mitteilung zufolge am Samstag in Eriwan.
Er forderte den Organisator der Proteste, den Abgeordneten Nikola Paschinian, zum Dialog auf, „um unwiederbringliche Opfer zu vermeiden“. Von den Tausenden Demonstranten in vielen Orten der Ex-Sowjetrepublik im Südkaukasus nahm die Polizei am Samstag mehr als 80 Personen fest.
Die Proteste hatten sich Ende der vergangenen Woche am Wechsel von Ex-Präsident Sarkissian auf den Posten des Regierungschefs mit größerer Machtfülle entzündet. Gleichzeitig machen viele junge Armenier ihrem Ärger über die Perspektivlosigkeit in dem armen Land Luft.
Paschinian forderte am Freitagabend einen Rücktritt des Ministerpräsidenten. „Sersch Sarkissian kontrolliert Armenien nicht mehr. Seine Macht ist tot und eine Sache der Vergangenheit“, sagte der Vorsitzende der Oppositionsfraktion Elk (Ausweg). Sarkissian hatte seit 2008 als Staatschef amtiert.
Am Samstag mehrten sich Zeichen für ein mögliches Eingreifen der Behörden. Die Polizei habe das Recht, Kundgebungen aufzulösen, wenn sie die öffentliche Ordnung störten, teilte das Justizministerium mit. Die Demonstranten bringen immer wieder mit Menschenketten über die Hauptstraßen den Verkehr in Eriwan zum Erliegen. Der armenische Sicherheitsdienst teilte mit, er habe zwei mutmaßliche Bombenanschläge auf führende Politiker vereitelt.
(Alternative Schreibweisen: Serge/Serzh Sarksyan, Sargsyan, Sarjgsjan, Sarkisian, Sarkisijan, Sarkissjan, Pashinyan, Paschinjan, Gjumjri/Gyumri)
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