Tobadiller heißen sieben Pianner willkommen
Der Tobadiller Gemeinderat machte den ersten Schritt zur Verschiebung der Gemeindegrenze. Der Ort wächst damit um sieben Bewohner.
Von Matthias Reichle
Tobadill, Pians – „16 Jahre Fußballtrainer, 28 Jahre Chor, 15 Jahre Singkreis, über 30 Jahre Feuerwehr, im Ausschuss des Skiklubs.“ Wenn Andreas Hauser seine Vereinstätigkeiten in Tobadill aufzählt, verwundert es, dass er selbst gar kein Gemeindebürger ist. Formal ist er Pianner – und das, obwohl er vermeintlich im Tobadiller Ortskern wohnt.
Tatsächlich verläuft die Grenze zwischen den beiden Nachbargemeinden äußerst kurios – und dabei so knapp am Tobadiller Zentrum vorbei, dass zwei Gebäude bzw. sieben Bewohner bereits zu Pians gehören. Sie saßen immer zwischen den Stühlen.
Die Bewohner gehörten zwar kirchlich zu Tobadill und entrichteten dort auch die Gebühren für Wasser und Müll, mussten aber zum Wählen nach Pians, wohin auch die Gemeindeabgaben fließen.
Andreas Hauser und sein Bruder Thomas verfolgten deshalb gespannt, wie der Tobadiller Gemeinderat in der vergangenen Sitzung den ersten Schritt machte, um die Grenze zu verschieben.
Es geht dabei um eine Fläche von 1,8 Hektar. „Wir tauschen Gleiches mit Gleichem“, betonte Bürgermeister Martin Auer. Das heißt, weder die Gemeinde Pians noch die Gemeinde Tobadill ändern dadurch ihre Größe. Der Vorschlag der Behörde wurde schließlich einstimmig von den Gemeinderäten angenommen. Damit stünde dann endlich auch der Tobadiller Recyclinghof auf eigenem Gemeindegebiet.
Der Beschluss muss nun gleichlautend auch in Pians gefasst werden, erklärt der Chef der Gemeindeabteilung an der Bezirkshauptmannschaft Landeck, Andreas Walser, das weitere Prozedere. Schlussendlich muss aber die Landesregierung die neue Grenzziehung per Verordnung erlassen. Gültig wird sie damit frühestens mit 1. Jänner 2019. Auer hieß die beiden anwesenden „Pianner“ nach erfolgtem Beschluss trotzdem gleich willkommen.
Die Tobadiller verfolgen mit der Grenzverschiebung ein weiteres Ziel. So soll unterhalb der letzten Häuser eine Bodenaushubdeponie mit 8600 Quadratmetern Fläche und 51.600 Kubikmetern Schüttvolumen errichtet werden. Die alte Deponie konnte aufgrund eines Rutschhangs nicht mehr erweitert werden, wie Bürgermeister Auer erklärte. Nun rückt sie näher an die Siedlung heran – und ist 15 Meter Luftlinie unterhalb der letzten Häuser geplant. Dass der nun gefundene Platz durchaus sensibel ist, wurde diskutiert. Vor allem die Zufahrt durch den Ort wurde als Nadelöhr bezeichnet. Beschluss fiel keiner – man verordnete sich eine Nachdenkpause.
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