Salzburg-Wahl - Experten: „Krachende Niederlage“ für linke Parteien

Wien (APA) - Die Salzburger Landtagswahl hat eine „krachende Niederlage“ für die Linksparteien gebracht, wie Politik-Berater Thomas Hofer im...

Wien (APA) - Die Salzburger Landtagswahl hat eine „krachende Niederlage“ für die Linksparteien gebracht, wie Politik-Berater Thomas Hofer im APA-Gespräch analysiert. Auch Meinungsforscher Peter Hajek sieht ein „ganz schlechtes Ergebnis“ für das linke Parteienspektrum, SPÖ und Grüne würden derzeit - abseits vom roten Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser - regelrecht abgestraft von den Wählern.

Die SPÖ hat in Salzburg eine „historische Niederlage“ zu verdauen. Die Roten hätten im Finale deutlich an Fahrt verloren, was Hajek (Public Opinion Strategies) auch darauf zurückführt, dass Spitzenkandidat Walter Steidl am schwächsten beurteilt worden sei. Auch die Grünen hätten deutlich mehr verloren, als gedacht. Man habe es nicht geschafft, die positive Stimmung zur Arbeit der Landesregierung zu nützen, auch sei die Kampagne an der Befindlichkeit der Grünen Kernwählerschaft vorbeigegangen, befand Hajek.

Ähnlich sieht die Sache Hofer: Die Grünen seien mehr als halbiert, die SPÖ habe noch einmal abgebaut - wenn man beide Ergebnisse anschaue, sei dies eine bemerkenswerte „krachende Niederlage“ für die Linken. Nach den Verlusten in Salzburg gehe die SPÖ nun mit einem „Dämpfer“ aus der Vierer-Serie der heurigen Landtagswahlen.

Für die ÖVP habe die Wahl den „erwarteten Triumph“ von Landeshauptmann Wilfried Haslauer gebracht, meinte Hofer. Es sei abgesehen von Kärnten der dritte durchschlagende Sieg der ÖVP-Landesparteien bei den Wahlen dieses Jahr, die für ÖVP „höchst erfreulich“ gelaufen seien.

Eine Überraschung waren für Hofer die Freiheitlichen, die respektabel Richtung SPÖ aufschließen hätten können. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen - so trat etwa der Ex-FPÖler Karl Schnell mit einer eigenen Liste an - sei das blaue Ergebnis „durchaus herzeigbar“. Das gute Ergebnis der NEOS sei erwartbar gewesen.

Bezüglich der künftigen Koalition in Salzburg wollte sich Hofer nicht festlegen: Rein auf den Preis bezogen würden es die Sozialdemokraten „wohl am billigsten geben“, eine Dreierkonstellation mit Grünen und NEOS sei wenig wahrscheinlich, eine ÖVP-FPÖ-Regierung sei nicht auszuschließen, gleichzeitig sei Haslauer aber auch nie ein „Vorkämpfer für eine schwarz-blaue Zusammenarbeit“ gewesen.