Innsbruck-Wahl - Oppitz-Plörer: 49-Jährige knapp in Stichwahl

Innsbruck (APA) - Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) hat es am Sonntag bei der Innsbrucker Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl als amti...

Innsbruck (APA) - Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) hat es am Sonntag bei der Innsbrucker Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl als amtierende Stadtchefin knapp in die Stichwahl geschafft. Mit 24,28 Prozent der Stimmen kam sie hinter Grünen-Herausforderer Georg Willi zu liegen, der in der Direktwahl auf 30,88 Prozent kam. Die beiden treffen nun in zwei Wochen (6. Mai) aufeinander.

Bei ihrer ersten Wiederwahl 2012 - nachdem sie das Amt zwei Jahre zuvor nach dem krankheitsbedingten Rückzug ihrer Vorgängerin Hilde Zach übernommen hatte - musste sie sich noch einem „hausinternen“ Match gegen den Kandidaten der „Schwesterpartei“ ÖVP, Christoph Platzgummer, stellen. Damals wurde Oppitz-Plörer in der Stichwahl mit rund 56 Prozent der Stimmen bestätigt, nachdem sie im ersten Durchgang 31,3 Prozent auf sich vereinen konnte und als erste in der Direktwahl über die Ziellinie ging. Platzgummer kam im ersten Durchgang auf 28 Prozent.

Die Auseinandersetzung mit Platzgummer, respektive mit der Schwesterpartei ÖVP, diente der davor als farblos geltenden Oppitz-Plörer durchaus, ihre Konturen als Stadtchefin zu schärfen. Dass die Volkspartei unter Landeschef Günther Platter jedoch wenige Wochen vor der Wahl den ehemaligen FI-Vizebürgermeister Platzgummer aus dem Hut zauberte und gegen sie ins Rennen schickte, wertete die studierte Volkswirtin als Fehdehandschuh, den sie auch aufnahm. Was folgte waren zum Teil öffentlich ausgetragene Konflikte mit Platter und die Gründung von „Vorwärts Tirol“ als bürgerliche Alternative vor der Landtagswahl 2013 gemeinsam mit der ehemaligen VP-Landesrätin Anna Hosp. Aus den dann folgenden innerparteilichen Grabenkämpfen von „Vorwärts“ hielt sich Oppitz-Plörer so gut es ging heraus, wodurch sie diese Episode öffentlich auch relativ unbeschadet überstand. Mittlerweile verbesserte sich das Verhältnis zu Platter, und damit auch jenes zwischen Stadt und Land.

Im abgelaufenen Wahlkampf kehrte die amtierende Stadtchefin und ihre Liste Für Innsbruck vor allem die Faktoren „Verlässlichkeit und Stabilität“ hervor. Sie als Bürgermeisterin und ihre Gruppierung „Für Innsbruck“ seien die „goldene Mitte“ zwischen „links-grün“ und „rechts-blau“, lautete die Selbstzuschreibung. Gleichzeitig ließ die gewiefte Wahlkämpferin in der Stadt überall ein „C“ in den Farben der Viererkoalition (FI, SPÖ, ÖVP und Grüne) mit dem Slogan „C wie Zusammenarbeit“ plakatieren. Der geschickte Schachzug, der es den anderen Parteien erschweren sollte, sich von der gemeinsamen Regierungsarbeit abzugrenzen, wurde von den Mitbewerbern als Vereinnahmung kritisiert. Bis zur Stichwahl muss sie die Wähler jetzt davon überzeugen, dass die „goldene Mitte“ der richtige Weg für die Landeshauptstadt ist.

Zur Person: Oppitz-Plörer wurde am 7. Juni 1968 geboren und ist Mutter zweier erwachsener Kindern. 1993 absolvierte sie das Studium der Volkswirtschaft. Anschließend war sie bei den damaligen Tiroler Landeskrankenanstalten im Vorstandsbereich mit der Zuständigkeit für Bau, Technik und Finanzen tätig. 2000 kandidierte die gebürtige Innsbruckerin erstmals auf der Liste Für Innsbruck und zog in den Gemeinderat ein. Von Dezember 2002 bis Juni 2009 war sie Stadträtin für die Bereiche Erziehung, Bildung, Gesellschaft, Kinder- und Jugendbetreuung, Familie, Frauen und Seniorinnen. Im Juni 2009 wurde sie Vizebürgermeisterin der Landeshauptstadt. Am 8. März 2010 folgte sie Hilde Zach als Bürgermeisterin nach. Bei den Gemeinderatswahlen 2012, bei der es zum ersten Mal ein Direktwahl des Stadtoberhauptes gab, wurde sie zum ersten Mal wiedergewählt.