Salzburg-Wahl: Die zweite Enttäuschung für die Grünen
Wien/Klagenfurt (APA) - Zunächst zweimal Erleichterung und dann zweimal Enttäuschungen brachten die Landtagswahlen 2018 den Grünen. Das Schi...
Wien/Klagenfurt (APA) - Zunächst zweimal Erleichterung und dann zweimal Enttäuschungen brachten die Landtagswahlen 2018 den Grünen. Das Schicksal, aus dem Parlament zu fliegen erlitten sie - nach dem Nationalrat 2017 - zwar nur in Kärnten. In Salzburg konnten sie sich wie in Niederösterreich und Tirol im Landtag halten. Aber ihr Verlust fiel stärker aus als erwartet und brachte sie um die Regierungsbeteiligung.
Damit sind die Grünen - die am Höhepunkte ihrer Macht 2014/15 in sechs Ländern mitregierten - jetzt nur mehr in drei Landesregierungen vertreten: In Vorarlberg (mit der ÖVP) und Wien (mit der SPÖ), wo 2019 bzw. 2020 gewählt wird, sowie in Tirol. Dort wurde der schwarz-grüne Bund nach der heurigen Wahl verlängert. In Kärnten flogen sie mit der Wahl aus Landtag und Regierung.
Dabei hatte es bei den ersten beiden Wahlen des heurigen Jahres - nach dem Schock der Nationalratswahl vom Oktober - noch ziemlich gut ausgesehen: In Niederösterreich konnten sich die Grünen im Jänner überraschend mit 6,4 Prozent (vier sind dort nötig) im Landtag halten, der Verlust fiel mit 1,6 Punkten nicht allzu groß aus. Ebenso in Tirol: Mit 1,9 Punkten Minus auf 6,2 Prozent reichte es - dank einem satten ÖVP-Plus - weiter für Regierungsehren.
Umso enttäuschender - wenn auch (nach internen Streitereien und der Novomatic-Verkündung Eva Glawischnigs kurz vor der Wahl) nicht ganz überraschend - war dann, dass die Kärntner nur zu 3,1 Prozent grün wählten. Das waren fast neun Prozentpunkte weniger als 2013. Allerdings war Kärnten immer schon ein schwieriges Pflaster für die Grünen: Dort gelang ihnen erst 2004 der Einzug in das Landesparlament.
Dass mit dem schweren Verlust in Salzburg auch das Bundesratsmandat weg ist, schmerzt die Grünen zumindest finanziell nicht mehr: Schon in Tirol büßten sie eines ein, und damit war der Klubstatus im Parlament samt 368.000 Euro Förderung pro Jahr bereits gefallen.
Heuer haben die Grünen Zeit für die Konsolidierung. Aber nächstes Jahr steht - nach der EU-Wahl im Mai - in Vorarlberg die nächste schwarz-grüne Landesregierung bei der Landtagswahl am Prüfstand.
~ ENTWICKLUNG DER GRÜNEN SEIT 2008:
WAHL STIMMEN STIMMENANTEIL
absolut Prozent +/- _________________________________________________________
NR 28.09.2008 509.936 10,43 -0,62
LT Ktn 01.03.2009 18.336 5,15 -1,56 LT Sbg 01.03.2009 20.843 7,36 -0,63 EU 07.06.2009 284.505 9,93 -2,96 LT Vbg 20.09.2009 18.763 10,58 +0,41 LT OÖ 27.09.2009 78.569 9,18 +0,12 LT Bgld 30.05.2010 7.835 4,15 -1,06 LT Stmk 26.09.2010 36.834 5,55 +0,82 LT Wien 10.10.2010 95.445 12,64 -1,99 LT Ktn 03.03.2013 39.241 12,10 +6,95 LT NÖ 03.03.2013 78.678 8,06 +1,15 LT Tirol 28.04.2013 39.904 12,59 +1,86 LT Sbg 05.05.2013 53.779 20,18 +12,82 NR 29.09.2013 582.657 12,42 +1,99 EU 25.05.2014 410.089 14,52 +4,59 LT Vbg 21.09.2014 29.193 17,14 +6,56 LT Bgld 31.05.2015 11.964 6,43 +2,28 LT Stmk 31.05.2015 43.272 6,68 +1,13 LT OÖ 27.09.2015 89.703 10,32 +1,14 GR Wien 11.10.2015 98.626 11,84 -0,80 NR 15.10.2017 192.638 3,80 -8,62 LT NÖ 28.01.2018 58.401 6,43 -1,63 LT Tirol 25.02.2018 34.167 10,67 -1,92 LT Ktn 04.03.2018 9.188 3,12 -8,98 LT Sbg 22.04.2018 23.313 9,31 -10,87 vorl. Endergebnis
ohne Wahlkarten
BP Van der Bellen 04.12.2016 53,79 (Stichwahl, wiederholt) ~
~ WEB http://www.gruene.at ~ APA425 2018-04-22/21:52
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