Innsbruck-Wahl: Federspiel - Der ganz große Coup blieb aus
Innsbruck (APA) - Ein starkes Ergebnis, aber der ganz große Coup blieb aus. Das ist die Bilanz für FPÖ-Bürgermeisterkandidat Rudi Federspiel...
Innsbruck (APA) - Ein starkes Ergebnis, aber der ganz große Coup blieb aus. Das ist die Bilanz für FPÖ-Bürgermeisterkandidat Rudi Federspiel. Trotz eines starken Listenergebnisses und beachtlichen 21,17 Prozent in der Bürgermeister-Direktwahl - der Griff nach den Stadtchef-Sternen ging ins Leere. Doch „der Rudi“ wird weiter mitmischen - und alles versuchen, die Freiheitlichen in eine Koalition zu führen.
Diesen Anspruch machte er am Sonntag deutlich klar. Stadtrat - das ist das neue Ziel des 68-jährigen politischen Dauerläufers. Eine Stichwahl-Empfehlung für Bürgermeisterin Oppitz-Plörer ließ Innsbrucks oberster Blauer übrigens offen. Das Spiel um die Macht hat für ihn nun begonnen.
Der in der Landeshauptstadt als „Law and Order“-Mann bekannte Federspiel hatte einen verhältnismäßig gemäßigten Wahlkampf geführt. Zwar wurde die Bürgermeisterin da und dort - wie gewohnt - als „Schuldenbürgermeisterin“ und „Masseverwalterin“ bezeichnet und die Viererkoalition als „Viererbande“ tituliert, aber Federspiel scheint einer gewissen politischen Altersmilde anheimgefallen zu sein. Das Thema Sicherheit nahm im blauen Repertoire zwar eine wichtige Stellung ein, wurde aber nicht einzig und allein gespielt. Auch wenn die Wahlkampfunterstützung von Innenminister Herbert Kickl für die größte (mediale) Aufmerksamkeit sorgte.
Der FPÖ-Frontmann konnte jedenfalls auf eine treue Fangemeinde bauen. Diese macht mit ihm seit Jahrzehnten so manch politische Wechselspiele mit. Und er blieb standhaft auf seinem Leib- und Magenthema, der Sicherheit in der Landeshauptstadt und der Migrationspolitik, drauf.
Federspiel darf getrost als Tiroler Polit-Urgestein bezeichnet werden: 1989 zog er in den Gemeinderat ein - und blieb dort bis heute, davon sechs Jahre als Stadtrat. Im Februar 1998 wurde er wegen parteischädigenden Verhaltens aus der FPÖ ausgeschlossen. Er hatte heftige Kritik am Führungsstil des damaligen Parteichefs Jörg Haider geübt. Von 2003 bis 2008 saß er für die Volkspartei im Tiroler Landtag, ehe er 2012 wieder zu den Freiheitlichen zurückkehrte und von 2013 bis 2018 abermals in das Landesparlament einzog. Beim vergangenen Urnengang in Innsbruck trat er noch mit seiner eigenen Liste an.
Geboren wurde Federspiel am 26. Juli 1949 in Zams (Bezirk Landeck). 1975 gründete er sein erstes Reisebüro, 1984 machte er sich mit den „Insider Reisen“ selbstständig. Seit 1986 ist der Vater dreier Töchter in zweiter Ehe verheiratet.
~ WEB http://www.fpoe.at ~ APA426 2018-04-22/21:52
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