Fußball-WM-Geschichte 5 - 1954/Platz drei als ÖFB-Sternstunde
Bern (APA) - Die WM 1954 in der Schweiz hat dem österreichischen Fußball den bis heute größten Erfolg beschert. Die ÖFB-Auswahl rund um Erns...
Bern (APA) - Die WM 1954 in der Schweiz hat dem österreichischen Fußball den bis heute größten Erfolg beschert. Die ÖFB-Auswahl rund um Ernst Happel und Ernst Ocwirk beendete das Turnier auf Platz drei, den Titel holte sich Deutschland durch ein 3:2 im Finale gegen die deutlich höher eingeschätzten Ungarn.
Gegen den späteren Weltmeister war für die Österreicher im Halbfinale Endstation gewesen. 6:1 hieß es am Ende für Deutschland - Österreichs Teamspieler waren offenbar vom Viertelfinale vier Tage zuvor noch geschwächt, das als „Hitzeschlacht von Lausanne“ in die Geschichte einging.
Bei rund 40 Grad im Schatten kassierte ÖFB-Goalie Kurt Schmied in den ersten 23 Minuten drei Tore und erlitt dann auch noch einen Sonnenstich. „Nach dem 0:3 weiß ich überhaupt nichts mehr“, sagte Schmied Jahrzehnte nach der legendären Partie. Während der taumelnde Schlussmann vom ÖFB-Masseur dirigiert wurde, bestürmten seine Vorderleute wie entfesselt das gegnerische Tor und gewannen schließlich 7:5 - es war die bis heute trefferreichste Partie der WM-Geschichte.
Nach dem Debakel gegen Deutschland schafften die Österreicher im Spiel um Platz drei einen 3:1-Erfolg über den damals noch regierenden Weltmeister Uruguay. Zu dessen Nachfolger avancierte sensationell Deutschland durch das „Wunder von Bern“.
Ungarn galt damals mit Stars wie Ferenc Puskas oder Sandor Kocsis als weltbeste Mannschaft. Vor dem Endspiel waren die Magyaren in 24 Partien unbesiegt, zudem hatten sie Deutschland in der Gruppenphase mit 8:3 abgefertigt. Das Finale lief zunächst programmgemäß, schon nach acht Minuten stand es 2:0 für die Ungarn.
Die DFB-Elf rund um Fritz Walter glich aber bald aus und kam dank eines Distanzschusses von Helmut Rahn in der 84. Minute zum umjubelten Siegestreffer, der im von den Folgen des Zweiten Weltkriegs arg gebeutelten Deutschland eine gewaltige Begeisterung auslöste. Allerdings wurde der deutsche Triumph bald von Doping-Gerüchten begleitet, weil einige Kicker in den Wochen danach an Gelbsucht erkrankten. Horst Eckel, deutscher Spieler im Finale, gab 2004 zu, dass er und seine Kollegen vor dem Endspiel Injektionen erhalten hatten.
~ Halbfinale: Ungarn - Uruguay 4:2 n.V., Deutschland - Österreich 6:1 Spiel um Platz drei: Österreich - Uruguay 3:1 Finale: Deutschland - Ungarn 3:2 ~