Fußball-WM-Geschichte 15 - 1994/Brasilien holte vierten Titel
Los Angeles (APA) - Die WM 1994 sollte „Soccer“ in den USA groß herausbringen. Überschattet bleibt das Turnier aber vom Mord an Andres Escob...
Los Angeles (APA) - Die WM 1994 sollte „Soccer“ in den USA groß herausbringen. Überschattet bleibt das Turnier aber vom Mord an Andres Escobar. Mit einem Eigentor hatte der 27-Jährige beim 1:2 gegen den Gastgeber Kolumbiens Aus nach der Gruppenphase eingeleitet, zwei Wochen später wurde er am 2. Juli 1994 in Medellin deshalb erschossen. Weltmeister wurde Brasilien durch ein finales 3:2 im Elferschießen gegen Italien.
Für zwei Spielerpersönlichkeiten endete die WM vorzeitig. Deutschlands Stefan Effenberg wurde nach dem Stinkefinger-Eklat gegen unzufriedene deutsche Fans nach Hause geschickt, Argentiniens Legende Diego Maradona des Dopings überführt und nach zwei Spielen ausgeschlossen. Ohne den bereits 1991 des Kokainkonsums überführten Maradona war für den WM-Zweiten von 1990 im Achtelfinale gegen Rumänien Endstation.
Titelverteidiger Deutschland scheiterte im Viertelfinale mit einem 1:2 gegen Bulgarien. Die Osteuropäer mit ihrem Star Christo Stojtschkow wurden nach einem 0:4 im kleinen Finale gegen Schweden schlussendlich Vierte. Das Endspiel in Pasadena wurde erstmals im Elfmeterschießen entschieden. Nach torlosen 120 Minuten jagte Italiens Roberto Baggio vor knapp 95.000 Zuschauern in der Entscheidung in die Wolken. Zuvor hatte Baggio die Azzurri mit insgesamt fünf Toren gegen Nigeria, Spanien und Bulgarien praktisch im Alleingang ins Finale geschossen.
Die Brasilianer mit ihrem Traumsturm Romario und Bebeto blieben am Ende als einziges Team ungeschlagen und gingen lediglich beim 1:1 in der Gruppe gegen Schweden nicht als Sieger vom Platz. Den vierten WM-Titel widmete die „Selecao“ dem rund zwei Monate zuvor tödlich verunglückten Formel-1-Idol Ayrton Senna.
Gemessen an der Zuschauerzahl war die WM 1994 mit insgesamt 3.587.538 Stadionbesuchern in 52 Spielen und einem Schnitt von 68.991 pro Partie die diesbezüglich erfolgreichste. In den USA entfachte sie trotz des Achtelfinal-Einzugs der Heimmannschaft aber nicht jene Fußball-Euphorie, wie von der FIFA erhofft. Um die Stadien herrschte zwar gute Stimmung, Millionen Amerikaner waren am Turnier aber gänzlich uninteressiert.
~ Halbfinale: Bulgarien - Italien 1:2, Schweden - Brasilien 0:1 Spiel um Platz drei: Schweden - Bulgarien 4:0 Finale: Brasilien - Italien 3:2 i.E. (0:0) ~
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