Fußball-WM-Geschichte 16 - 1998/“Grande Nation“ im Freudentaumel

Paris (APA) - Frankreich steht Kopf. Die „Grande Nation“ holte ausgerechnet im eigenen Land ihren ersten und bisher einzigen WM-Titel. Zum H...

Paris (APA) - Frankreich steht Kopf. Die „Grande Nation“ holte ausgerechnet im eigenen Land ihren ersten und bisher einzigen WM-Titel. Zum Helden wurde Zinedine Zidane, der im Finale gegen Brasilien (3:0) bereits vor der Pause zweimal per Kopfball erfolgreich war. Das Turnier wurde erstmals mit 32 Mannschaften ausgetragen. Auch Österreich war eine davon - die bisher letzte WM-Teilnahme des ÖFB-Teams.

Prägende Figur des Turniers war Zidane, obwohl der französische Spielmacher zwei Spiele wegen einer Rotsperre verpasste. Die „Equipe Tricolore“ mit all ihren Einwandererkindern und Stars wie Marcel Desailly, Lilian Thuram oder Jungstürmer Thierry Henry einte die Nation hinter sich. Das Team von Aime Jacquet gewann alle drei Gruppenspiele, mühte sich aber durch die K.o.-Phase.

Im Achtelfinale gegen Paraguay (1:0 n.V.) rettete den Gastgeber das erste „Golden Goal“ der WM-Geschichte durch Kapitän Laurent Blanc, im Viertelfinale gegen Italien das Elfmeterschießen. Im Halbfinale gab es dank eines Doppelpacks von Verteidiger Thuram ein 2:1 gegen Kroatien. Die Kroaten hatten im Viertelfinale Deutschland mit 3:0 vorgeführt und stellten mit Davor Suker (6 Tore) auch den Schützenkönig der WM. Am Ende reichte es für das Überraschungsteam gegen die Niederlande zu Platz drei.

Vor dem Finale dominierte ein Rätselraten um die Fitness von Ronaldo die Schlagzeilen. Brasiliens Stürmerstar spielte trotz einer Knieverletzung, war aber nur ein Schatten seiner selbst. Zidane stellte früh die Weichen auf Sieg, Emanuel Petit besorgte den 3:0-Endstand. Mehr als eine Million Menschen feierten am 12. Juli auf den Champs Elysees. Zwei Jahre später wurde das Team auch Europameister.

Österreich verspielte seine durchaus vorhandene Achtelfinal-Chance. Teamchef Herbert Prohaska setzte trotz großen spielerischen Potenzials auf ein Defensivkonzept. Zwei glückliche 1:1-Remis gegen Kamerun und Chile, die Toni Polster bzw. Ivica Vastic jeweils erst in der Nachspielzeit fixierten, waren zu wenig. Nach einem 1:2 gegen Italien kam in der Gruppenphase das Aus. Ein Elfertor von Andreas Herzog, dem Helden der Qualifikation, in der 92. Minute kam zu spät.

~ Halbfinale: Frankreich - Kroatien 2:1, Brasilien - Niederlande 4:2 i.E. (1:1) Spiel um Platz drei: Kroatien - Niederlande 2:1 Finale: Frankreich - Brasilien 3:0 ~