Fußball-WM-Geschichte 17 - 2002/Fünfter Titel für Brasilien

Tokio/Seoul (APA) - Die in Südkorea und Japan und damit erstmals in zwei Ländern veranstaltete WM 2002 ging als Endrunde der Sensationen, Sc...

Tokio/Seoul (APA) - Die in Südkorea und Japan und damit erstmals in zwei Ländern veranstaltete WM 2002 ging als Endrunde der Sensationen, Schiedsrichter-Fehlentscheidungen und strahlenden wie tragischen Helden in die Geschichte ein. Mit Brasilien triumphierte das beste Team des Turniers. Die „Selecao“, die alle sieben WM-Partien gewann, holte ihren bereits fünften Titel und versetzte ein ganzes Land in Ekstase.

Stürmer Ronaldo avancierte mit seinem Doppelpack beim 2:0-Finalsieg über Deutschland endgültig zum brasilianischen Nationalhelden und krönte sich mit acht Treffern auch zum Torschützenkönig. In den Reihen der Deutschen avancierte hingegen ausgerechnet Torhüter-“Titan“ Oliver Kahn zur tragischen Figur des Endspiels.

Dem im gesamten Turnier herausragenden Bayern-München-Schlussmann unterlief während der Endrunde nur ein einziger Fehler, doch dieser brachte die Mannschaft von DFB-Trainer Rudi Völler im Finale auf die Verliererstraße. In Minute 67 konnte Kahn einen unplatzierten Schuss von Rivaldo nicht festhalten, Ronaldo staubte ab, machte später auch noch das 2:0 (79.) und damit den bisher letzten WM-Triumph der Brasilianer perfekt.

Zuvor hatten die Deutschen einmal mehr ihren Ruf als Turniermannschaft untermauert. Nach dem Gruppensieg vor Irland, Kamerun und Saudi-Arabien schaltete die Völler-Truppe Paraguay (Achtelfinale/1:0) und die USA (Viertelfinale/1:0) aus, ehe im Semifinale „Riesentöter“ Südkorea mit 1:0 in die Schranken gewiesen wurde.

Der von einer Welle nationaler Begeisterung getragene Co-Gastgeber hatte zuvor die Titelanwärter Italien (Achtelfinale/2:1 n.V. mit Golden Goal) und Spanien (Viertelfinale/5:3 i.E.) eliminiert. In beiden Fällen profitierten die Südkoreaner unter ihrem niederländischen Erfolgscoach Guus Hiddink allerdings von eklatanten Schiedsrichter-Fehlentscheidungen.

Italien haderte mit Referee Byron Moreno aus Ecuador, der Francesco Totti in der Verlängerung wegen einer angeblichen Schwalbe völlig zu Unrecht die Gelb-Rote Karte zeigte und auch noch das vermeintliche „Golden Goal“ von Damiano Tommasi wegen Abseits annullierte. Den Spaniern wurden im Viertelfinale vom Ägypter Gamal Al-Ghandour zwei reguläre Treffer aberkannt. Japan nutzte den Heimvorteil zwar zum Gruppensieg, scheiterte aber im Achtelfinale an der Türkei, die ihrerseits mit dem Vorstoß ins Halbfinale (0:1 gegen Brasilien) zu den positiven Überraschungen zählte.

Auch WM-Debütant Senegal, der Titelverteidiger Frankreich im Eröffnungsspiel 1:0 schlug und den Abschied des damaligen Welt- und Europameisters - Gruppenletzter mit zwei Niederlagen, einem Remis und keinem Tor - einleitete, gehörte zu den Sensationen. So wie die USA scheiterten die Westafrikaner erst im Viertelfinale, in dem sie der Türkei nach Golden Goal in der Verlängerung 0:1 unterlagen. Neben Frankreich verabschiedeten sich auch Hochkaräter wie Argentinien, Kroatien und Portugal bereits in der Gruppenphase.

~ Halbfinale: Deutschland - Südkorea 1:0, Brasilien - Türkei 1:0 Um Platz drei: Türkei - Südkorea 3:2 Finale: Brasilien - Deutschland 2:0 ~