Fußball-WM-Geschichte 20 - 2014/Deutschland demontiert Brasilien

Rio de Janeiro (APA) - Deutschland gewann 2014 zum vierten Mal nach 1954, 1974 und 1990 den Fußball-WM-Titel und liegt nur noch einen Erfolg...

Rio de Janeiro (APA) - Deutschland gewann 2014 zum vierten Mal nach 1954, 1974 und 1990 den Fußball-WM-Titel und liegt nur noch einen Erfolg hinter Rekordhalter Brasilien. In einem dramatischen Finale vor 74.738 Zuschauern im Maracana in Rio de Janeiro setzte sich die Mannschaft von Teamchef Joachim Löw gegen Argentinien rund um Superstar Lionel Messi - zum Spieler des Turniers gewählt - mit 1:0 nach Verlängerung durch.

Das Goldtor erzielte der eingewechselte Mario Götze in der 113. Minute. Die Deutschen hatten in der Partie zwar deutlich mehr Ballbesitz, kamen gegen die gut organisierte und mitunter harte argentinische Defensive aber nur selten durch. In der Statistik der erfolgreichsten WM-Schützen aller Turniere überholte Miroslav Klose nach zwei Toren in Brasilien mit insgesamt 16 den Brasilianer Ronaldo und wurde zur neuen Nummer eins.

Auf dem Weg ins Finale hatte Deutschland einen Traumstart erwischt, Portugal wurde mit 4:0 überrollt. Nach einem 2:2 gegen Ghana schoss Thomas Müller die DFB-Elf im Dauerregen von Recife mit dem 1:0 gegen die USA ins Achtelfinale. Es folgte ein mühsames 2:1 gegen Algerien und ein 1:0 gegen Frankreich, das bei der WM ohne den an Rückenproblemen laborierenden Star Franck Ribery auskommen muss. Im Halbfinale in Belo Horizonte wird Gastgeber Brasilien mit einem historischen 7:1 demontiert.

Argentinien setzte sich in der Gruppenphase 2:1 gegen Bosnien-Herzegowina, 1:0 gegen Iran und 3:2 gegen Nigeria durch. Achtelfinal-Gegner Schweiz zwang die „Albiceleste“ in die Verlängerung, die 1:0 gewonnen wird. 1:0 endete auch das Viertelfinale gegen Belgien. Im Halbfinale gegen die Niederlande fiel nach einem langweiligen 0:0 die Entscheidung im Elfmeterschießen und Tormann Sergio Romero wurde zum Helden.

Für Brasilien wurde die WM, bei der erstmals und erfolgreich Torlinientechnik und Schaumsprays eingesetzt wurden, zum Fiasko. Anstelle der „Hexa“, des sechsten WM-Titels, folgte dem blamablen Halbfinalauftritt auch noch eine 0:3 im Spiel um Platz drei gegen die Niederlande. Die Fans buhten die abgestürzten Helden aus. Star Neymar hatte wegen eines bereits im Viertelfinale gegen Kolumbien erlittenen Wirbelbruchs nicht mehr gespielt, ohne ihn war die Mannschaft auseinandergebrochen. Das Rücktritts-Angebot von Teamchef Luiz Felipe Scolari wurde vom Verband akzeptiert.

Für das Kurzpass-Spiel (Tiqui-taca) von Welt- und Europameister Spanien kam nach einem 1:5-Debakel gegen die Niederlande und einem 0:2 gegen Chile bereits in der Gruppenphase das Aus - ebenso wie für England, Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo oder Italien. Andere Nationalteam indes überraschten positiv. So Costa Rica, das ohne Niederlage als Gruppensieger das Achtelfinale erreicht und dessen Sensationslauf erst im Viertelfinale gegen die Niederlande endet - ebenso wie jener von Kolumbien gegen Brasilien. Den „Goldenen Schuh“ als bester WM-Schütze sicherte sich der Kolumbianer James Rodriguez mit sechs Treffern.

Uruguays Stürmerstar Luis Suarez sorgte für einen unrühmlichen Höhepunkt: Er biss im Gruppenspiel gegen Italien Gegenspieler Giorgio Chiellini in die Schulter. Suarez fasste dafür neun Spiele Sperre bzw. vier Monate Ausschluss von allen Fußball-Aktivitäten aus. Die Begeisterung der südamerikanischen Fans verlieh der WM ein einzigartiges Flair, die Euphorie rund um die „Copa“ in Brasilien übertraf bei weitem jene bei den Turnieren in Deutschland und Südafrika. Die Austragungsstädte waren riesige Party-Zonen, die befürchteten Demonstrationen blieben aus.

Die österreichische Nationalmannschaft hatte 2013 die WM-Qualifikation mit 17 Zählern auf dem dritten Gruppenrang hinter Deutschland (28) und Schweden (20) beendet und somit die Endrunden-Teilnahme verpasst. Die Teamspieler sprachen sich für eine Vertragsverlängerung von Marcel Koller aus, der bis Ende 2017 im Amt blieb.

~ Halbfinale: Brasilien - Deutschland Endstand 1:7 (0:5), Niederlande - Argentinien Endstand 0:0 n.V.,2:4 im Elfmeterschießen Spiel um Platz 3: Brasilien - Niederlande Endstand 0:3 (0:2) Finale: Deutschland - Argentinien 1:0 n.V. (0:0) ~