Europas Leitbörsen zur Eröffnung leicht im Plus erwartet

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - An den europäischen Leitbörsen dürfte am Montag leicht nach oben gehen. Der Future auf den Euro-Stoxx-50 d...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - An den europäischen Leitbörsen dürfte am Montag leicht nach oben gehen. Der Future auf den Euro-Stoxx-50 deutete vor Handelsbeginn einen Zuwachs im Bereich von 0,20 Prozent ab.

Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex DAX signalisierte eine 0,24 Prozent höhere Eröffnung bei 12.571 Punkten. Der britische FTSE-100 wurde um 0,11 Prozent höher indiziert.

Für verhaltene Stimmung gesorgt hatten an den Börsen in Europa zuletzt geopolitische Risiken, die Anleger immer noch in den Hinterköpfen hatten. Am Montag kommt hier weitere Entspannung auf, nachdem Nordkorea am Wochenende eine Aussetzung aller Atom- und Raketentests verkündete.

Für den Marktexperten Thomas Altmann von QC Partners ist bei Anlegern „jede geopolitische Entspannung willkommen.“ Wichtig sei nun die anlaufende Bilanzsaison - und für den Dax die vielbeachtete 200-Tages-Durchschnittslinie, die derzeit bei 12.662 Punkten verläuft. Sie gilt als Indikator für den langfristigen Trend, der deeutsche Leitindex kann sie aber seit Monaten nicht überschreiten. Sollte er weiter daran scheitern, drohten laut Altmann „einige das Handtuch zu werfen.“

Im Fokus steht am Montag im Dax die Gesundheitsbranche - mit einer zunächst schlechten Nachricht für die Aktionäre von Fresenius Medical Care (FMC). Die Papiere des Dialysespezialisten büßten vorbörslich etwas mehr als 1 Prozent ein, weil er Änderungen im US-Gesundheitssystem stärker zu spüren bekommt als gedacht. Die Folge ist nun eine gesenkte Umsatzprognose: FMC rechnet jetzt mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 5 bis 7 Prozent. Zuletzt war das Unternehmen noch von rund 8 Prozent Plus ausgegangen.

Beim dem Mutterkonzern von FMC, Fresenius, kommen die neuesten Nachrichten am Morgen besser an. Die Aktien rücken vorbörslich um etwa 2 Prozent vor. Der Medizinkonzern hat am Wochenende die geplante 4,4 Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Konzerns Akorn platzen gelassen. Das Unternehmen begründete den Schritt damit, dass der Generikahersteller mehrere Voraussetzungen für den Vollzug nicht erfüllt habe.

In Zürich könnten die Aktien der UBS einen Blick wert sein. Die Schweizer Großbank hat ihren Gewinn zu Jahresbeginn dank steigender Erträge im Kerngeschäft Vermögensverwaltung und einer guten Entwicklung der Investmentbank gesteigert. Im traditionell starken ersten Quartal stand unter dem Strich ein Plus von 1,5 Milliarden Franken (1,25 Mrd. Euro) und damit 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Ein vorbörslicher Verlierer um 1,6 Prozent waren in Frankfurt die Metro-Aktien, die damit an ihren Kurseinbruch vom Freitag wegen gesenkter Jahresziele anknüpfen würden. Die Baader Bank hat nun ihre bisherige Kaufempfehlung für die Papiere des Handelskonzerns aufgegeben. Als Grund verwies Analyst Volker Bosse auf die strukturellen Herausforderungen von Metro in wichtigen Märkten.

Konjunkturseitig stehen Einkaufsmanagerdaten aus der Eurozone im Blick. Laut dem Marktbeobachter Michael Hewson von CMC Markets können diese „die Debatte über die konjunkturelle Entwicklung in den beiden größten Volkswirtschaften Europas weiter anheizen.“ In den vergangenen Monaten habe es bereits Anzeichen für eine Verlangsamung gegeben.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA115 2018-04-23/08:45