Linzer Synagoge feiert 50-Jahr-Jubiläum ihrer Wiedereinweihung

Linz (APA) - Die Linzer Synagoge in der Bethlehemstraße feiert am Donnerstag das 50-jährige Jubiläum ihrer Wiedereinweihung. Das Gotteshaus,...

Linz (APA) - Die Linzer Synagoge in der Bethlehemstraße feiert am Donnerstag das 50-jährige Jubiläum ihrer Wiedereinweihung. Das Gotteshaus, das während des Novemberpogroms 1938 ein Raub der Flammen geworden war, wurde nach dem Krieg neu aufgebaut und öffnete 1968 wieder seine Tore für die Gläubigen.

Zu der Feier am Donnerstag werden neben Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Linz, Charlotte Herman, auch die Israelische Botschafterin Talya Lador-Fresher sowie Vertreter anderer Glaubensrichtungen, wie etwa der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer, erwartet. Die Politik wird u.a. durch LH Thomas Stelzer (ÖVP) und den Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) vertreten sein.

Das jüdische Leben in Oberösterreich reicht zwar mehr als 1.000 Jahre zurück, war aber gekennzeichnet von Vertreibung und Verfolgung. Die erste Linzer Synagoge in der Hahnengasse wurde im 15. Jahrhundert nach einem durch eine behauptete Hostienschändung ausgelösten Pogrom in eine Kirche umgewandelt. Erst mit dem Toleranzpatent von Joseph II. besserte sich die Lage. 1824 entstand ein Gebetsraum in der Badgasse, 1863 wurden eine Chewra Kadischa (eine jüdische Beerdigungsgesellschaft, Anm.) sowie ein jüdischer Friedhof in Linz gegründet. Bis dahin waren in Oberösterreich verstorbene Juden in Rozmberk nad Vltavou (Rosenberg an Moldau) in Südböhmen beigesetzt worden.

1877 bekam die jüdische Gemeinde wieder eine Synagoge, bereits am heutigen Standort in der Betlehemstraße. Sie wurde allerdings in der Pogromnacht von 9. auf 10. November 1938 niedergebrannt. Der Standort diente zwischenzeitlich als Abstellplatz für kaputte Fahrzeuge der US-Truppen, bevor in den 1960ern die Synagoge nach Plänen von Fritz Goffitzer im modernistischen Stil wieder aufgebaut und am 2. April 1968 eingeweiht wurde. Unter den Gemeindemitgliedern, die die Wiedererrichtung aktiv betrieben haben, waren viele Überlebende des KZ Mauthausen und seiner Nebenlager, darunter auch Simon Wiesenthal.