„Geheime“ Schätze der Natur im Bezirk Kitzbühel
Im Bezirk Kitzbühel gibt es zehn Naturdenkmäler. Vor allem Bäume tragen wegen ihres hohen Alters oder ihres besonderen Erscheinungsbildes dieses Siegel. Manche Naturdenkmäler haben aber ein Ablaufdatum.
Von Miriam Hotter
Kitzbühel –Unsere Heimat birgt viele Schätze der Natur. Oft schlummern sie im Verborgenen, nicht einmal viele Einheimische wissen über sie Bescheid – die Rede ist von Naturdenkmälern. Im Bezirk Kitzbühel gibt es davon insgesamt zehn, die meisten davon sind markante Bäume. Doch welche Voraussetzungen müssen sie aufweisen, um zum Naturdenkmal ernannt zu werden?
Die Bezirksverwaltungsbehörde kann Naturgebilde wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit, wegen ihrer wissenschaftlichen, geschichtlichen oder kulturellen Bedeutung oder wegen des besonderen Gepräges, das sie dem Landschaftsbild verleihen, mit Bescheid zum Naturdenkmal erklären, gibt Wolfgang Oesterreicher, Sachverständiger für Naturschutz bei der Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel, einen Einblick in die gesetzliche Regelung. Naturgebilde in diesem Sinne sind beispielsweise seltene oder alte Bäume, besondere Pflanzenvorkommen, Quellen, Wasserläufe bzw. -fälle, Tümpel, Seen, Moore, Schluchten und Felsbildungen. Der Antrag auf Ausweisung kann von Gemeinden, aber auch von privaten Eigentümern gestellt werden. „Das Prozedere vom Antrag bis zur Erklärung zum Naturdenkmal dauert mindestens einige Monate“, sagt Oesterreicher.
Das früheste eingetragene Naturdenkmal im Bezirk und damit das „älteste“ ist eine Linde in Going. „Sie wurde im Jahre 1933 zum Naturdenkmal erklärt“, weiß Oesterreicher. Allerdings lässt sich das Alter der Linde selbst nur schwer bestimmen. „Da die Linde im Inneren hohl ist, ist eine Altersbestimmung durch die Jahresringe nicht möglich.“ Laut verschiedenen Quellen soll sie einen Stammumfang von rund fünf Meter besitzen.
Es kann aber auch passieren, dass Naturdenkmäler wieder von der Bildfläche „verschwinden“. „Wenn ein Baum zum Beispiel abgestorben und durch bestimmte Maßnahmen nicht mehr zu retten ist, wird er gefällt, weil er die Voraussetzungen für ein Naturdenkmal nicht mehr erfüllt“, erklärt Oesterreicher. Jüngstes Beispiel ist ein Ahornbaum im St. Ulricher Ortsteil Flecken.
Naturdenkmäler im Bezirk Kitzbühel: Vom Baum bis zum Moor
Eine Linde in Going ist das älteste eingetragene Naturdenkmal im Bezirk. Ihr Stamm hat einen Umfang von ca. 5 m. In Kitzbühel sind eine Baumgruppe – bestehend aus einem Ahornbaum und einer Eiche – beim Schloss Lebenberg, eine Fichte in Ehrenbachgraben, ein Hochmoor am Lutzenberg und eine Rosskastanie in der Vorderstadt als Naturdenkmäler ausgewiesen, ebenso eine Eiche unterhalb der westlichen Zufahrtsstraße nach Westendorf. Ebenfalls ein Naturdenkmal ist eine ca. 100 Jahre alte Eiche im Hopfgartner Ortsteil Elsbethen. Das Aushängeschild in Reith ist die „Veitheneiche“ oberhalb von Münichau. Sie ist ca. 250 Jahre alt. In St. Johann gibt es eine Eiche im Ortsteil Bärnstetten. Und in Jochberg steht eine riesige Linde beim Schwerterbauern.