Innsbruck-Wahl: Nach der Wahl ist vor der Stichwahl

Innsbruck (APA) - Nach der Innsbrucker Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl ist vor der Stichwahl: Amtsinhaberin Christine Oppitz-Plörer (Für...

Innsbruck (APA) - Nach der Innsbrucker Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl ist vor der Stichwahl: Amtsinhaberin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) muss am 6. Mai gegen den grünen Bürgermeisterkandidaten Georg Willi in die Stichwahl. Dieser war am Sonntag mit 30,9 Prozent der Stimmen vor der amtierenden Stadtchefin (24,3 Prozent) als erster in der Bürgermeisterdirektwahl über die Ziellinie gegangen.

Die Zeit bis dahin werden wohl beide für Sondierungsgespräche nützen. Geht es schließlich auch darum, abseits der Wahl zum Stadtchef entsprechende Mehrheiten im Gemeinderat und Stadtsenat zu suchen. Am Montag ließen sich beide Kandidaten vorerst nicht in die Karten blicken, wie schnell die Gespräche mit den anderen Parteien gesucht werden sollen. Aus der Bürgermeisterfraktion Für Innsbruck hieß es Montagvormittag, dass man das Ergebnis zuerst analysieren und intern besprechen wolle. Oppitz-Plörer hatte am Sonntag nach der Wahl davon gesprochen, die „bürgerlichen Wähler“ hinter sich versammeln zu wollen.

Willi betonte am Montag auf Anfrage der APA, dass er mit allen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen das Gespräch suchen werde. Jetzt gehe es aber zunächst um die Stichwahl. Und da starte er wieder bei „Null“. Jetzt gelte es, möglichst viele Menschen zu erreichen - am besten „in persönlichen Gesprächen“, so Willi. Einen Lagerkampf fürchte er nicht. Denn in Städten sei „das Lagerdenken längst überholt“. Am 6. Mai gehe es um zwei Personen, die sich der Wahl um das Bürgermeisteramt stellen. Wie stark welche Partei im Gemeinderat vertreten ist, sei bereits entschieden.

Das Zünglein an der Waage könnte hingegen die Innsbrucker FPÖ sein, die am Sonntag auf 18,6 Prozent zulegte und Platz zwei erreichte. Die Freiheitlichen werden am Dienstag das weitere Vorgehen beraten. Stadtparteiobmann und Spitzenkandidat Rudi Federspiel sagte der APA, dass er davon überzeugt sei, dass Oppitz-Plörer noch vor der Stichwahl auf die FPÖ hinsichtlich einer möglichen Zusammenarbeit in einer Koalition zugehen werde. Der FPÖ-Frontmann, der mit 21,2 Prozent relativ knapp die Stichwahl verpasste, erneuerte einmal mehr sein Ziel, Teil einer bürgerlichen Stadtregierung zu sein. Eine mögliche Wahlempfehlung für Oppitz-Plörer ließ Federspiel am Montag weiter offen.