Orbans Lieblingsoligarch Meszaros legt Bürgermeisteramt nieder
Budapest (APA/dpa) - Lörinc Meszaros, ein vom ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban massiv geförderter Oligarch, tritt als Bürgermeis...
Budapest (APA/dpa) - Lörinc Meszaros, ein vom ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban massiv geförderter Oligarch, tritt als Bürgermeister der Gemeinde Felcsut zurück. „Die von mir gelenkten Börsenunternehmen stehen vor bedeutenden Transaktionen (...), was den ganzen Mann fordert“, teilte Meszaros am Montag in einer Erklärung für die Nachrichtenagentur MTI mit.
In Felcsut, einem Ort mit 1800 Einwohnern 50 Kilometer westlich von Budapest, ist Orban aufgewachsen. Der frühere Gasinstallateur Meszaros war dort seit 2011 Bürgermeister, eine Funktion, die er ehrenamtlich versah. Seit 2010, seitdem sein Kindheitsfreund Orban in Ungarn regiert, gelangte er zu nahezu märchenhaftem Reichtum. Besaß der heute 52-Jährige vor acht Jahren drei Firmen im Wert von 1,7 Millionen Euro, so schätzte das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ Ende des Vorjahres allein sein privates Vermögen auf 350 Millionen Euro.
Unter den heute mehr als 120 Unternehmen im Besitz von Meszaros sind große Baufirmen, Agrarbetriebe, Kraftwerke, Luxushotels, Banken und Medienunternehmen. In Felcsut ließ Orban ein Fußballstadion für 3.800 Besucher errichten. Eine von der EU finanzierte Schmalspurbahn, die vom Stadion zu einem nahen Waldstück führt, erregte das Missfallen des EU-Haushaltskontrollausschusses.
Kritiker werfen dem rechtsnationalen Regierungschef vor, Oligarchen an sich zu binden oder - wie im Falle von Meszaros - überhaupt erst heranzuzüchten, indem er sie bei Großprojekten zum Zug kommen lässt, die der Staat oder die EU finanziert.
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