Iran - Möglicherweise Gebeine des 1944 gestorbenen Schahs gefunden

Teheran (APA/AFP) - Das Teheraner Komitee für kulturelles Erbe und Tourismus hat am Montag den Fund eines mumifizierten Skeletts bekannt geg...

Teheran (APA/AFP) - Das Teheraner Komitee für kulturelles Erbe und Tourismus hat am Montag den Fund eines mumifizierten Skeletts bekannt gegeben, das dasjenige des 1944 gestorbenen Reza Schah Pahlawi sein könnte. Die nach dem Sturz der Pahlawi-Dynastie 1979 an die Macht gelangten Mullahs hatten das Grab des Schah im Süden der iranischen Hauptstadt zerstört, um alle Spuren der ihnen verhassten Monarchie auszulöschen.

Der Vorsitzende des Komitees, Hassan Khalilabadi, sagte der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA, die Gebeine seien an der Stelle des ehemaligen Schahgrabs bei Arbeiten zur Erweiterung eines islamischen Heiligtums entdeckt worden. Die „zuständigen Stellen“ würden den Fund nun überprüfen.

Die Presseabteilung des Heiligtums Abdol Azim, das zur Zeit renoviert wird, sprach unterdessen von einem bloßen Gerücht. Das Gebiet um die heilige Stätte sei früher ein Friedhof gewesen. Das erkläre auch den Fund. In den sozialen Medien war die Nachricht ein großes Thema.

Die im Iran herrschenden islamischen Geistlichen sind besorgt über die Popularität der Schah-Dynastie bei vielen Jugendlichen. Reza Schah Pahlewi war von 1925 bis 1941 Schah von Persien. Danach bestieg sein Sohn Mohammed Reza Pahlawi den Pfauenthron. Er ging unter dem Druck von Protestdemonstrationen 1979 ins Ausland und starb 1980 in Kairo. Sein ältester Sohn Cyrus Reza Pahlawi ist ein Oppositionspolitiker im Exil in den USA. Von dort aus unterstützte er im vergangenen Dezember und Jänner die Demonstrationen und Streiks im Iran.