Europas Leitbörsen starten zögerlich im Plus - ams-Aktie verliert 10%

Frankfurt am Main (APA) - Trotz freundlicher Vorgaben aus Asien haben sich die Leitbörsen in Europa am Dienstagvormittag nur zögerlich in di...

Frankfurt am Main (APA) - Trotz freundlicher Vorgaben aus Asien haben sich die Leitbörsen in Europa am Dienstagvormittag nur zögerlich in die Gewinnzone gewagt. Anleger dürften auf den Ifo-Index aus Deutschland warten. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 9.45 Uhr mit plus 0,08 Prozent oder 2,94 Punkte bei 3.516,00 Einheiten.

Der DAX in Frankfurt gewann 0,31 Prozent oder 39,35 Zähler auf 12.611,74 Punkte. In London zeigte sich der FTSE-100 mit plus 0,42 Prozent oder 30,86 Einheiten auf 7.429,73 Punkte.

Mit Spannung wird auf das deutsche Geschäftsklima gewartet, bei dem es laut dem Helaba-Experten Ralf Umlauf bei einer „moderaten Wachstumserwartung in Deutschland“ bleiben dürfte. Er erwartet die Europäische Zentralbank (EZB), die am Donnerstag erneut über ihren Leitzins entscheidet, daher nicht unter akutem Handlungsdruck. „Sie dürfte sich weiter sehr behutsam und graduell auf eine Wende in der geldpolitischen Ausrichtung zu bewegen“, fügte er hinzu.

Wegen der zuletzt weltweit angespannten Handelsbeziehungen im Zuge der von US-Präsident Donald Trump ausgerufenen Importzölle dürften zudem die Anleger dem Treffen zwischen Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und Donald Trump an diesem Dienstag besondere Aufmerksamkeit schenken. Am Freitag ist Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gast bei Trump.

Unterdessen nimmt die Berichtssaison langsam an Fahrt auf - an diesem Handelstag vor allem im Technologiesektor. Am Vorabend hatte in New York die Google-Mutter Alphabet seine Zahlen vorgelegt, am Morgen folgte nun der deutschen Softwarekonzern SAP mit einem guten Jahresstart, der allerdings von der Sorge über den starken Euro begleitet wurde. Händler sahen das erste Quartal und den Ausblick aber als „in Ordnung“ an. Die Aktie rückte um 2,9 Prozent vor.

Hingegen mit Verlusten präsentierten sich die Chipwerte, weil die jüngsten Sorgen um die Nachfrage beim wichtigen Branchenkunden Apple von einem schwachen Ausblick des österreichischen Halbleiterherstellers ams untermauert wurden. ams sackten in Zürich um mehr als zehn Prozent ab. Börsianern zufolge passt dies zu den flauen Umsatzerwartungen von Taiwan Semiconductor (TSMC) aus der Vorwoche, die bereits große Sorgen um die Smartphone-Nachfrage bei dem iPhone-Hersteller und seinen Lieferanten hervorgerufen hatten. Infineon gaben im DAX um 0,2 Prozent nach und Dialog Semiconductor verloren 2,4 Prozent.

In Paris zogen Vinci um 0,6 Prozent höher. Das Infrastrukturunternehmen baut sein Portfolio um neun auf 45 Flughäfen aus.

In Stockholm fielen die Aktien von Volvo um 2,6 Prozent. Der schwedische Nutzfahrzeughersteller hat dank gut laufender Geschäfte mit Lastkraftwagen (Lkw) und Baumaschinen zum Jahresstart mehr verdient als erwartet. Anleger dürften Kasse gemacht haben.

Die Sulzer-Papiere zogen um über ein Prozent höher. Der Schweizer Industriekonzern hat vom US-Riesen General Electric (GE) einen Großauftrag in Indien erhalten.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA102 2018-04-24/09:51