Innsbruck-Land

Ärger über rücksichtslose Griller in Hall

© Sachers

Grill-Gelage auf der Guggerinsel sorgen für erhebliche Probleme. Private Sicherheitskräfte sollen das dortige Grillverbot nun kontrollieren.

Hall –Mit dem herrlichen Frühsommerwetter hat auch die Grillsaison begonnen. Was viele freut, sorgt mancherorts für erhebliche Probleme – so auch auf der malerischen Guggerinsel nahe dem Inn­ufer im Südosten von Hall. Die Zustände seien „katastrophal“, ärgert sich GR Angelik­a Sachers (SPÖ) – und meint damit den vielen Müll, den Grillend­e dort zurücklassen.

Durch den Wind würden Pappteller und Plastik im Gießen landen, der östlich der Guggerinsel in den Inn mündet, schildert Sachers, die sich um das sensible Ökosystem sorgt: Seit Jahren würden dort etwa Reiher überwintern, auch ein Mandarinentenpärchen lebe dort, vom Biber ganz zu schweigen.

Eigentlich ist das Grillen auf der Guggerinsel seit Jahren verboten – was viele freilich nicht kümmert. Am Wochenende würden Gruppen sogar von auswärts anreisen, berichtet Sachers. Besonders dreist: Zuletzt wurden mehrere Schilder gestohlen, die auf das Grillverbot hinweisen. „Diese wurden letzten Freitag wieder ersetzt“, berichtet BM Eva Posch (VP). Generell will die Stadt handeln: „Der Stadtrat ist damit einverstanden, dass baldmöglichst eine private Sicherheitsfirma mit Kontrollen des Grillverbots beauftragt wird.“ Es gehe darum, „die Guggerinsel als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung, vor allem für Familien, attraktiv zu halten“.

Früher gab es auf der Guggerinsel offizielle Grillplätze, das habe sich aber „absolut nicht bewährt“, meint Posch. „Zum Teil wurden sogar die Holzspielgeräte vom Spielplatz angeschürt.“ Posch sieht in Hall prinzipiell keinen geeigneten Standort für einen Grillplatz: „Das lässt sich einfach nicht geordnet abwickeln“ – auch was die Belastung der Anrainer durch parkende Auto­s angehe.

Während etwa die Haller FPÖ den Einsatz der privaten Sicherheitskräfte begrüßt, hält Sachers die „Verbotsschiene“ allein für zu wenig. „Uns geht es ja weniger ums Grillen an sich, sondern vor allem um den Müll.“ Die Befürchtung sei, dass die Grillenden jetzt an den Inn ausweichen – und noch mehr Müll hinterlassen. „Es ist auch verständlich, dass Leut­e, die keinen eigenen Garten haben, irgendwo grillen wollen“, ergänzt Sachers. Die SPÖ schlägt daher weiter vor, „kontrolliertes Grillen“ auf der Guggerinsel zu ermöglichen – nach Voranmeldung bei der Stadt und mit striktem Regelwerk. In Sachen Müll brauche es vor allem eines: „Bewusstseinsbildung, die Abfälle wieder mitzunehmen.“ (md)