Anleger an Europas Leitbörsen halten sich zu Mittag zurück
Frankfurt am Main (APA) - Die Anleger an Europas Börsen haben sich am Dienstag zu Mittag weiter in Deckung gehalten. Im Fokus an den Aktienm...
Frankfurt am Main (APA) - Die Anleger an Europas Börsen haben sich am Dienstag zu Mittag weiter in Deckung gehalten. Im Fokus an den Aktienmärkten standen zahlreiche Unternehmen mit ihren Quartalsberichten. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 gewann 1,30 Einheiten oder 0,04 Prozent auf 3.514,36 Punkte.
Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.00 Uhr mit 12.615,44 Punkten und plus 43,05 Einheiten oder 0,34 Prozent und kletterte damit wieder über die Marke von 12.600 Punkten, an der seine Rally in den vergangenen Tagen ins Stocken geraten war. Der FTSE-100 der Börse London stieg um 21,74 Zähler oder 0,29 Prozent und steht nun bei 7.420,61 Stellen.
Der etwas schwächer als erwartet ausgefallene Ifo-Index in Deutschland für den Monat April deutet eine Konjunktur-Delle an. Den fünften Monat in Folge nun schon hat sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen eingetrübt. Das Geschäftsklima fiel um 1,2 Punkte auf 102,1 Zähler. Die EZB habe in den vergangenen Jahren sensibel auf konjunkturelle Tempoveränderungen reagiert, schreibt der Commerzbank-Experte Jörg Krämer. Deshalb erwarten die Commerzbank-Analysten eine EZB-Zinserhöhung erst im September 2019. Zuletzt hat die Sorge um steigende Marktzinsen die Anleger vorsichtig gestimmt.
Die Hängepartie nach der Parlamentswahl in Italien trübte im April die Stimmung unter Managern und Verbrauchern in dem Land. Daneben verschlechterte sich im selben Monat die Unternehmensstimmung in Frankreich.
Für deutliche Bewegungen sorgte die gestartete Berichtssaison. So brachen die Aktien des österreichischen Chipherstellers ams nach Zahlen und einem schwachen Ausblick ein. Sie büßten zuletzt an der Börse in Zürich 9,42 Prozent auf 86,88 Franken ein und fielen zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende Jänner.
Die durch den ams-Ausblick untermauerten jüngsten Sorgen um die Nachfrage beim wichtigen Branchenkunden Apple wirkten sich auch in Frankfurt negativ auf die Chipwerte im Technologiesektor aus. Weil Dialog Semiconductor im TecDAX stark mit Apple in Verbindung gebracht werden, setzten die Aktien ihre jüngste Talfahrt mit 5,3 Prozent Minus fort. Infineon fielen um 0,5 Prozent. In Mitleidenschaft wurden ebenfalls die französischen Papiere von Sicro (minus 1,5 Prozent) gezogen.
In Paris zogen Vinci um 1,1 Prozent höher. Das Infrastrukturunternehmen baut sein Portfolio um neun auf 45 Flughäfen aus.
In Stockholm bauten die Aktien von Volvo ihren Kursverlust auf ein Minus von 3,36 Prozent aus. Der schwedische Nutzfahrzeughersteller hat dank gut laufender Geschäfte mit Lastkraftwagen (Lkw) und Baumaschinen zum Jahresstart mehr verdient als erwartet. Anleger dürften Kasse gemacht haben.
Die Sulzer-Papiere zogen um 0,42 Prozent höher. Der Schweizer Industriekonzern hat vom US-Riesen General Electric (GE) einen Großauftrag in Indien erhalten.
In Amsterdam ging es für die Papiere des Chemieunternehmens Akzo Nobel nach enttäuschenden Quartalszahlen - insbesondere in der Beschichtungssparte - um 3,4 Prozent abwärts.
~ ISIN EU0009658145 ~ APA235 2018-04-24/12:12