Fall Alfie - Team von Vatikan-Krankenhaus will Kind nach Rom bringen

Vatikanstadt/Liverpool (APA) - Ein Team des vatikanischen Kinderkrankenhauses Bambino Gesu ist bereit, nach Liverpool zu fliegen, um das sch...

Vatikanstadt/Liverpool (APA) - Ein Team des vatikanischen Kinderkrankenhauses Bambino Gesu ist bereit, nach Liverpool zu fliegen, um das schwerkranke britische Kind Alfie Evans nach Rom zu bringen. Die italienische Verteidigungsministerin Roberta Pinotti habe sich eingeschaltet, um ein Flugzeug zur Verfügung zu stellen, berichtete die Leiterin des vatikanischen Krankenhauses Marinella Enoc nach Medienangaben vom Dienstag.

Enoc war am Montag nach Liverpool gereist und hatte das Kind im Spital besucht. Die Leitung des Krankenhauses hatte sie nicht empfangen. Sie sei in engem Kontakt zu den Eltern des Kindes, berichtete Enoc. Die Regierung in Rom hatte am Montag Alfie Evans die italienische Staatsbürgerschaft gewährt, um ihm Behandlungen in Italien zu ermöglichen.

EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani meinte, man müsse Alfie noch eine Chance geben. „Man muss das Leben dieses kleinen europäischen Bürgers schützen. Vielleicht kann man ihn in Rom retten“, sagte Tajani nach einem Treffen mit Kardinal Gualtiero Bassetti, Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI am Dienstag in Brüssel.

Alfie Evans ist an einem seltenen degenerativen Hirnleiden erkrankt. Sein Fall erinnert an das Schicksal des todkranken britischen Babys Charlie Gard, das im Juli vergangenen Jahres eine Woche vor seinem ersten Geburtstag gestorben war, nachdem die Ärzte das Beatmungsgerät abgeschaltet hatten. Der Bub hatte an einer seltenen Erbkrankheit gelitten, die das Gehirn schwer schädigt.

Der Papst hatte am Montagabend im Fall Alfie einen Appell an die Öffentlichkeit gerichtet. Papst Franziskus dankte über Twitter für die Gebete und die Solidarität für das Kind und bekräftigte seine Bitte, den Eltern mehr Zeit für neue Behandlungsmöglichkeiten zu geben.