Serbischer Ultranationalist Seselj: Kundgebung trotz Verbots
Belgrad (APA) - Einmal mehr zündelt der serbische Ultranationalist Vojislav Seselj: Trotz eines behördlichen Verbots will der verurteilte Kr...
Belgrad (APA) - Einmal mehr zündelt der serbische Ultranationalist Vojislav Seselj: Trotz eines behördlichen Verbots will der verurteilte Kriegsverbrecher eine Kundgebung am 6. Mai in Hrtkovci, einem Dorf in der nordserbischen Provinz Vojvodina, abhalten. Niemand dürfe das Recht seiner Partei auf öffentliche Veranstaltungen infrage stellen, erläuterte Seselj bei einer Pressekonferenz am Dienstag.
Damit reagiert er auf die Ankündigung von Innenminister Nebojsa Stefanovic, die Kundgebung untersagte.“Politische Diskussionen können im Parlament stattfinden“, fügte er hinzu. Mehrere Oppositionsparteien kündigten in der Vorwoche Gegendemonstrationen in Hrtkovci an, um die lokale kroatische Bevölkerung in Schutz zu nehmen.
Der Ultranationalist will mit der Kundgebung den 26. Jahrestag jener Rede von Hrtkovci gedenken, für die er - unter anderem - vom UNO-Tribunal rechtskräftig zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war. In dem Dorf gebe es keinen Platz für Kroaten, verkündete Seselj am 6. Mai 1992. Darauf folgte die Vertreibung kroatischer Dorfbewohner und gut zwei Dutzend anderer Vojvodina-Dörfer.
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