Zürcher Börse schließt leicht im Minus
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag im Minus geschlossen. Nach einem richtungslosen Vormittagshandel belastete ...
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag im Minus geschlossen. Nach einem richtungslosen Vormittagshandel belastete am Nachmittag ein erneuter Zinsanstieg in den USA, wo die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen erstmals seit 2014 wieder die Marke von 3 Prozent erreichten. Bereits an den vergangenen Handelstagen waren die Renditen in den USA merklich gestiegen. Auslöser der Bewegung waren steigende Rohstoffpreise, die höhere Inflationsraten erwarten lassen.
Die Reaktion der Märkte auf den weiteren Renditeanstieg falle immerhin moderater aus als noch Anfang Februar, urteilte ein Marktanalyst. Damals hätten die Lohnstatistiken zur Angst geführt, dass eine einsetzende Inflation die Zentralbanken zu präventiven Zinsanhebungen drängen könnte, so ein weiterer Kommentator. Heute könnte es der Ölpreis sein, der die nächsten Unruhen auslöse. Im Nachbarland Deutschland trübt sich unterdessen der Ifo-Geschäftsklimaindex weiter ein, verbleibt laut Experten aber auf hohem Niveau.
Der Swiss Market Index (SMI) schloss am Dienstag 0,11 Prozent tiefer bei 8.796,91 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gab um 0,26 Prozent auf 1.457,95 Zähler nach, und der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor 0,01 Prozent auf 10.420,16 Punkte.
Die deutlichsten Abgaben unter den Standardwerten entfielen auf die Swiss Re-Aktien (-3,8 Prozent oder -3,70 Franken). Diese wurden allerdings ex-Dividende von 5 Franken gehandelt. Offenbar werde der „Ex-Tag“ von gewissen Investoren als Kaufgelegenheit genutzt, hieß es am Markt.
Klare Abgaben entfielen auch auf Adecco (-1,9 Prozent). Der niederländische Konkurrent Randstad hatte am Dienstag laut Händlern „durchwachsene“ Quartalszahlen vorgelegt, wobei er vor allem in dem für Adecco wichtigen französischen Markt langsamer gewachsen sei als erwartet.
Die Uhrenwerte Swatch (-0,6 Prozent) und Richemont (-0,2 Prozent) profitierten nicht von der Vorlage der offiziellen Daten zu den Schweizer Uhrenexporten im März. Die Ausfuhren nahmen im Berichtsmonat deutlich zu, nachdem sie bereits in den beiden ersten Monaten des Jahres kräftig zugelegt hatten.
Erneut im Minus schlossen die UBS-Titel (-0,3 Prozent), die bereits am Montag nach Vorlage Quartalszahlen klar verloren hatten. Am Dienstag passten weitere Analysehäuser ihre Kursziele für die Titel nach unten an. Schwächer schlossen auch die Aktien der Konkurrentin Credit Suisse (-0,5 Prozent), die am Mittwoch ihre Ergebnisse für die ersten drei Monate veröffentlicht. Erholt zeigten sich die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär (+0,8 Prozent).
Bei den SMI-Schwergewichten schlossen die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (+0,6 Prozent) sowie des Pharmakonzerns Roche (+0,7 Prozent) im Plus. Roche will am Donnerstag Zahlen zum ersten Quartal vorlegen. Die Titel des Basler Konkurrenten Novartis (-0,4 Prozent) gaben hingegen nach.
Zu den klaren Gewinnern gehörten auch die Papiere des Logistikkonzerns Kühne+Nagel (+1,2 Prozent) nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen. Das Unternehmen habe einen guten Jahresstart gezeigt und bei den Volumenzuwächsen die Marktentwicklung erneut „durchs Band übertroffen“, lobten etwa Analysten der ZKB.
Weitere Kursgewinne verzeichneten bei den SMI/SLI-Titeln die Aktien des Duty-Free-Spezialisten Dufry (+1,2 Prozent), der von einer positiven Studie der Deutschen Bank gestützt wurde. Ebenfalls klar im Plus schlossen die Papiere des Chemiekonzerns Clariant (+1,1 Prozent) vor der Publikation von Quartalszahlen am Mittwoch.
~ ISIN CH0009980894 ~ APA544 2018-04-24/18:43
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