Deutscher Präsident Steinmeier besucht Kalifornien - aber nicht Trump

Berlin/Washington (APA/dpa) - Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fliegt Mitte Juni zu einem mehrtägigen Besuch an die West...

Berlin/Washington (APA/dpa) - Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fliegt Mitte Juni zu einem mehrtägigen Besuch an die Westküste der USA. Im Mittelpunkt der Reise stehe die Eröffnung des Thomas-Mann-Hauses am Rande von Los Angeles, hieß es aus dem Präsidialamt in Berlin.

Das Haus, in dem der Schriftsteller mit seiner Familie während des Exils und bis 1952 gelebt hat, war 2016 von der deutschen Regierung gekauft worden, um es vor einem Abriss zu bewahren. Es soll künftig als Ort der Begegnung sowie als Unterkunft für Stipendiaten genutzt werden.

Steinmeier wird auch das Silicon Valley südlich von San Francisco besuchen, den wichtigsten Standort weltweiter IT-Konzerne. Dabei soll es um Fragen der Digitalisierung und der Zukunft der Arbeit gehen, hieß es. Ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump ist nicht geplant. Als Gesprächspartner des US-Präsidenten gilt vor allem die Kanzlerin. Angela Merkel trifft am Freitag in Washington mit Trump zusammen.

Zuletzt war 2015 der deutsche Präsident Joachim Gauck im Weißen Haus von US-Präsident Barack Obama empfangen worden. Sein Vorgänger Christian Wulff war nicht in den USA, dessen Vorgänger Horst Köhler 2006 zu einem Kurzbesuch in New York - ohne Treffen mit dem US-Präsidenten.

Im Vorfeld der Reise wird auch daran erinnert, dass Steinmeier 2016 den Präsidentschaftskandidaten Trump als „Hassprediger“ bezeichnet hatte. Dazu sagte er später: „Es ging damals um einen Wahlkampf in den USA, den nicht nur ich in meinem früheren Amt als verstörend empfunden habe. Heute ist für uns entscheidend, dass Präsident Trump der demokratisch gewählte Präsident der Vereinigten Staaten ist.“

Am Kauf des Thomas-Manns-Hauses für rund 13 Millionen Dollar (10,64 Mio. Euro) durch die deutsche Regierung war Steinmeier als Außenminister maßgeblich beteiligt. Die Villa in Pacific Palisades sei so etwas wie das „Weiße Haus des Exils“, sagte er damals der „Süddeutschen Zeitung“.