Bezirk Imst

Nassereither Gemeindeamt zurück im Zentrum

Sichtlich wohl fühlen sich die Mitarbeiter Martina Wilhelm, Petra Larcher, Herbert Kröll, Gerhard Spielmann und Martin Föger (v. l.) in der neuen, lichtdurchfluteten Empfangshalle mit digitalem Infosystem.
© Daum

46 Jahre lang war das Nassereither Gemeindeamt etwas versteckt in der Sachsengasse angesiedelt. Seit gestern arbeiten Bürgermeister & Co. im neuen Schmuckkästchen – doppelt so groß wie das alte Amt.

Von Hubert Daum

Nassereith –Es ist noch nicht lange her, dass sich bei der Bevölkerung im Gurgltaldorf das Gefühl des Abwärtsstrudels breitmachte: Schließung des Hotels Post, des Hallenbades, des Postamtes, der Nahversorger übersiedelte an die Peripherie, von der Raikafiliale blieb nur noch eine Maschine übrig. Nassereith als klassisches Opfer der Ausdünnung des ländlichen Raumes, der Dorfkern schien zu verwaisen. Dann 2016 der erste Hoffnungsschimmer: Das Hotel Post wurde nach unzähligen Jahren des Dahindümpelns wieder eröffnet. „Das Gemeindeamt war ganz früher mitten im Dorf“, weiß BM Herbert Kröll, „1972 übersiedelte man in die Sachsengasse, wo es von vielen auswärtigen Besuchern erst gar nicht gefunden wurde.“ Nicht nur der Dorfchef, auch seine Mitarbeiter strahlten gestern über das ganze Gesicht, denn man durfte den ersten Arbeitstag im neuen Amtsgebäude verbringen.

Im letzten Jahr erwarb die Kommune das Gebäude gegenüber dem Postplatz von der Raika, der Saal im Untergeschoß ist bereits seit den 1990er-Jahren im Gemeinde­eigentum. Einen Teil der Räumlichkeiten konnte man in der ursprünglichen Raumeinteilung belassen, ein Teil wurde umgebaut. Kröll: „Wir haben ein günstiges und hochmodernes, neues Gemeindehaus. Inklusive Ankauf betragen die Gesamtkosten 830.000 Euro, von denen knapp die Hälfte vom Land Tirol getragen wird. Ebenerdig stehen uns und den Bürgern rund 500 m² zur Verfügung, im Keller sind rund 80 m² an Stau- und Archivfläche vorgesehen. Das ist fast die doppelte Größe der alten Räumlichkeiten.“ Das Amtsgebäude sei natürlich mit dem neuesten Stand der Technik ausgerüstet und laut Kröll eines der wenigen Gemeindeämter mit Notstromversorgung. „Nun haben wir einen wunderbaren Sitzungssaal mit einer riesigen elektronischen Leinwand, der auch den Zuhörern genügend Platz bietet.“

Dass das Gemeindehaus wieder in den Dorfkern zurückgekehrt ist, sei ein weiterer Meilenstein in der Zentrumsreaktivierung. Ein Außenrouter sorgt übrigens für Gratis-WLAN auch im Freien. Der Bürgermeister schätzt, dass der größte Teil des Postplatzes damit versorg­t werden wird.

Auch das Design sei originell: Für eine Art Corporate Identity sorgen Ahornblätter, die an verschiedenen Orten immer wieder auftauchen. Sie sind Symbol für den Orts­namen Nassereith, der aus der lateinischen Bezeichnung „in acereto“ (im Ahornwald) entstanden sein soll.

Was mit dem alten Amtsgebäude geschieht, sei zurzeit noch ungewiss. Mehrere Möglichkeiten stünden zur Diskussion.

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