Weltmeister Hamilton hat genug vom Niemandsland
Zum ersten Mal in der Turbo-Hybrid-Ära blieb Mercedes drei Rennen in Folge ohne Sieg. Die Silberpfeile stehen vor dem Grand Prix in Aserbaidschan bereits unter Druck.
Baku – Im Schatten der Flammentürme von Baku will Lewis Hamilton im WM-Duell mit Spitzenreiter Sebastian Vettel einen Weg aus dem „Niemandsland“ finden. Erstmals seit Wiedereinführung der V6-Turbomotoren zur Formel-1-Saison 2014 raste Mercedes bei den ersten drei Rennen am obersten Podestplatz vorbei - und der Brite will gegen den deutschen Ferrari-Star endlich zurückschlagen.
„Im Moment sind wir nur das zweit- oder drittschnellste Team. Deshalb müssen wir noch einiges verbessern“, räumte Titelverteidiger Hamilton vor dem Rennen in Aserbaidschan am Sonntag (14.10 Uhr MESZ/live ORF eins und RTL) ein. „Das Team hat über die vergangenen Jahre aber bewiesen, dass wir großartig darin sind, zueinanderzustehen und hart zu arbeiten.“
Kein desaströses Wochenende mehr
Das hat der ausgebremste Branchenprimus in diesem Jahr auch bitter nötig. In Australien brachte Hamilton eine Software-Panne aus der Erfolgsspur, in Bahrain ließ sich Vettel trotz abgefahrener Reifen nicht aufhalten, und zuletzt in China klagte der Titelverteidiger über fehlendes Tempo. „Ich war im Niemandsland“, sagte ein nachdenklicher Hamilton nach Platz vier in Shanghai. „Solche desaströsen Wochenenden kann ich mir nicht mehr erlauben.“
Hamilton kam zugute, dass Red-Bull-Youngster Max Verstappen mit einem Crash Vettel eine bessere Platzierung zunichtemachte. Der Deutsche musste sich auch wegen eines schlecht getimten Boxenstopps mit Position acht begnügen. „Dumm gelaufen, aber es geht weiter“, meinte der Scuderia-Star vor der nächsten Formel-1-Etappe gefasst.
Im vergangenen Jahr fehlte Vettel beim ereignisreichsten Rennen des Jahres auf dem Stadtkurs mit seinen langen Geraden und engen Kurven der kühle Kopf. Mit einem Rammstoß gegen Hamilton verspielte er seine Siegchance und vergiftete inmitten von vier Safety-Car-Phasen das Duell der nun viermaligen Weltmeister.
„Vor uns liegt ein harter Kampf“, prognostizierte Hamilton und nahm die gesamte Crew in die Pflicht. „Wir müssen den konstruktiven Druck aufrechterhalten. Die Jungs stehen aber sowieso unter Volldampf, weil sie wie wir alle gewinnen wollen.“ (APA)
Kommentare