Explosiv

Entminungsdienst sprengte 150 Tonnen Kriegsmaterial in fünf Jahren

Entschärfungen vor einer Sprengung von drei Tonnen Kriegsmaterial (Bild) gehören für den Bundesheer-Entminungsdienst (EMD) zum Alltag.
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Österreichweit sind 15 Experten im Einsatz. Allein 2017 wurden im Gebirge 659 Kilo Kriegsmaterial geborgen.

Allentsteig, Wien – Der Entminungsdienst (EMD) hat seit seiner Eingliederung in das Verteidigungsministerium im Jänner 2013 rund 150 Tonnen Kriegsmaterial gesprengt. Die 15 Mitarbeiter führen unter schwierigen Bedingungen zahlreiche Munitionsbergungen durch. Sie sind Experten für alle Arten von Munition, die aus der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges stammen.

Für jüngere Explosivstoffe ist der Entschärfungsdienst (ESD) des Innenministeriums zuständig. Der Entminungsdienst wird zu einem Fundort gerufen, um verdächtiges Kriegsmaterial zu bergen, zu identifizieren, zu entschärfen, abzutransportieren sowie zu vernichten. In besonders schwierigen Fällen, etwa bei nicht handhabungssicheren Kampfmitteln, werden die Kriegsrelikte an Ort und Stelle vernichtet. Durch die Dienststelle in Wien sowie Außenstellen in Graz und Hörsching können die Spezialisten innerhalb kürzester Zeit an Ort und Stelle sein, um verdächtige Funde zu untersuchen und Gefahren für die Bevölkerung zu beseitigen. Auch Einsätze im alpinen Gelände sowie Taucheinsätze in Gewässern, um Kriegsmaterial zu bergen, zählen für die Experten des Entminungsdienstes zum Alltag.

Material aus Seen und im Gebirge sichergestellt

Allein aus den Gewässern Ossiachersee, Attersee, Achenseee, Blindsee und Wörthersee sowie der Enns und der Donau wurden von der Tauchgruppe des Entminungsdienstes im Vorjahr elf Tonnen Kriegsmaterialien geborgen. Im hochalpinen Gelände des österreichischen-italienischen Grenzgebietes wird immer wieder sprengkräftiges Kriegsmaterial gemeldet und von der Alpingruppe des EMD unschädlich gemacht. Auch 100 Jahre nach Ende des Gebirgskrieges hat diese Munition nichts von ihrer ursprünglichen Gefährlichkeit eingebüßt. Allein 2017 wurden im Gebirge 659 Kilo Kriegsmaterial geborgen.

Wird ein verdächtiger Fund gemacht, darf auf keinen Fall mit dem Kriegsgerät hantiert werden. Vielmehr ist sofort die Polizei zu verständigen und der Fundort zu verlassen. Denn trotz hohen Alters der gefundenen Munition muss immer von einer potenziellen Gefahr ausgegangen werden. (APA)