UNO rechnet bei Syrien-Konferenz nur mit 3,6 Mrd. Euro für 2018
Brüssel (APA/AFP/dpa) - Die internationale Geberkonferenz für Syrien in Brüssel wird voraussichtlich hinter den Erwartungen der Vereinten Na...
Brüssel (APA/AFP/dpa) - Die internationale Geberkonferenz für Syrien in Brüssel wird voraussichtlich hinter den Erwartungen der Vereinten Nationen zurückbleiben. Er gehe davon aus, dass am Ende des Treffens Hilfsgelder von 4,4 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro) für dieses Jahr zusammenkommen würden, sagte der Leiter der UN-Nothilfebüros (Ocha), Mark Lowcock, am Mittwoch.
Er hatte am Dienstag noch die Hoffnung geäußert, dass rund acht Milliarden Dollar zugesagt werden könnten. Lowcock sprach dennoch von einem „guten Start“. Er erwartete, dass in den kommenden Monaten noch weitere Hilfszusagen eingehen würden. Es sei aber klar, dass nun „Prioritäten gesetzt werden“ müssten, wem und wo geholfen werde. Hierbei müsse es Ziel sein, „die Verletzlichsten“ zu unterstützen.
An der noch bis zum Abend laufenden Konferenz nehmen Vertreter von mehr als 85 Ländern und Organisationen teil. Die Hilfsgelder sollen sowohl Millionen notleidenden Menschen in Syrien als auch Flüchtlingen in Nachbarländern zugute kommen. Im vergangenen Jahr hatte die Brüsseler Konferenz sechs Milliarden Dollar für 2017 erbracht.
UN-Vertreter Lowcock erklärte seine nun deutlich nach unten korrigierten Erwartungen unter anderem damit, dass die USA noch nicht in der Lage waren, konkrete Zusagen zu machen. Darüber hinaus habe die EU noch nicht über ihre nächste Tranche von drei Milliarden Euro für die Türkei entschieden, die rund 3,5 Millionen Syrien-Flüchtlinge beherbergt.
Lowcock lobte dabei ausdrücklich das Engagement Deutschlands. Außenminister Heiko Maas sagte bei der Konferenz zu, dass aus dem Bundeshaushalt mindestens eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt werde.
Der ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Othmar Karas, begrüßte, dass Österreich vier Millionen Euro für den Wiederaufbau in Syrien bereitstellt. „Jetzt müssen wir unbedingt einen dauerhaften Frieden in Syrien stiften. Den kann es nur in einem geeinten, demokratischen Syrien unter Schirmherrschaft der UNO geben“. Alle Parteien müssten umgehend an den Verhandlungstisch zurückkehren, so Karas. Eine besondere Verantwortung trügen dabei Russland, der Iran und die Türkei.
Mit dem in Brüssel gesammelten Geld sollen unter anderem Nahrungsmittel und medizinische Hilfen für die notleidende syrische Zivilbevölkerung finanziert werden. Nach Zahlen der Vereinten Nationen sind allein in Syrien 13 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zudem benötigen Millionen Flüchtlinge in der Türkei, im Libanon und in Jordanien Unterstützung.
In dem Bürgerkrieg in Syrien gab es nach UN-Schätzungen bereits mehr als 400.000 Tote, Millionen Menschen sind auf der Flucht. Alle Versuche, eine dauerhafte Waffenruhe zu etablieren, scheiterten bisher. Als Ursache dafür gelten vor allem die Interessen anderer Staaten. So unterstützen Russland und der Iran bis heute die Regierung von Präsident Bashar al-Assad - zahlreiche andere Länder hingegen die Rebellen.
~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA453 2018-04-25/15:56
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