Europa League

Salzburg hat das Finale im Visier: Ganz Österreich im Bullenfieber

Valon Berisha und Co. wollen sich heute nicht von Olympique Marseille aufhalten lassen.
© gepa

Im Europa-League-Halbfinal-Hinspiel bei Olympique Marseille und im ausverkauftem Stade Velodrome will Red Bull Salzburg heute (21.05 Uhr/live auf Puls 4) einmal mehr über sich hinauswachsen.

Von Alex Gruber

Marseille – Fußball-Österreich streift sich heute, zumindest gedanklich, wieder den Salzburg-Dress über. Selbst viele, die dem Dosen-Imperium rund um die Bullen sonst gerne die kalte Schulter zeigen. Aber der erstmalige Einzug eines österreichischen Teams in eine europäische Runde der letzten vier seit 1996 (Rapid im Cup der Cupsieger) nährt das Pathos und fördert den Patriotismus.

Die erstaunliche und historische Reise der Salzburger Bullen in der Europa League geht heute im Stad­e Velodrome weiter. Dort, wo Olympique Marseille im Viertel­finale den großen „RB-Bruder“ aus Leipzig zuletzt mit 5:2 paniert hat. Dort, wo man Taktgeber Gustavo Payet, Torjäger Florian Thauvin oder der griechischen Speerspitze Konstantinos Mitroglou keinen Zentimeter zu viel Platz geben sollte. Sonst kommt die Lawine von Coach Rudi Garcia ins Rollen. Aber das ist Salzburg ja bestens bekannt, denn in der Gruppen­phase stand man den Franzosen zweimal gegenüber, kassiert­e kein einziges Tor (1:0 zuhause, 0:0 auswärts).

188 Millionen Euro teure Franzosen

Ein Vergleich mit den Spielen vom Vorjahr kommt mit einem echten Hinkebein daher. „OM“ ist auf Platz vier der französischen Liga erstarkt. Aber das sind die Bullen als designierter österreichischer Meiste ja auch – frag nach in Spanien bei Real Sociedad (im Sechzehntelfinale eliminiert), in Deutschland bei Borussia Dortmund (Achtelfinale) oder in Italien bei Lazio Rom (Viertelfinale). Die Angst vor großen Namen ist den Salzburgern trotz vieler junger Spieler (Haidara, Samassekou, Schlager, Hwang ...) fremd. Wer schon so weit gekommen ist, will freilich noch einen Schritt weiter. Oder wie Torjäger Munas Dabbur vor der bereits 19. Europacup-Partie in dieser Saison sagt: „Natürlich wollen wir jetzt auch noch den Schritt ins Finale machen.“

Wie schon in den Runden zuvor soll sich das Minus im Marktwert – der Kader von Marseille wird mit 188 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie jener von Salzburg (83 Mio.) taxiert – nicht im Ergebnis widerspiegeln. Die Bullen, die heute in Best­besetzung antreten können, haben im Verlauf des Bewerbs mit riesengroßer Mentalität geglänzt.

Mit Prognosen – Wer hat nach dem 0:1-Rückstand im Viertelfinal-Rückspiel gegen Lazio noch an Salzburg geglaubt? – halte man sich besser zurück. Über 60.000 Zuschauer werden sicher für einen Hexenkessel sorgen. Vor so vielen Fans hat Salzburg beispielsweise in Dortmund gesiegt.

Europa League - Halbfinale

Olympique Marseille – FC Salzburg 21.05 Uhr (live Puls 4 und Sky)

Stade Velodrome, SR William Collum (SCO)

Marseille:

Pelé; Sarr, Rami, Rolando, Amavi; Luiz Gustavo, Sanson; Thauvin, Payet, Ocampo­s; Mitroglou.

Salzburg:

Walke; Lainer, Ramalh­o, Caleta-Car, Ulmer; Haidara, Samassekou, Schlager, Berisha; Hwang, Dabbur.

FC Arsenal – Atletico Madrid 21.05 Uhr

Weitere Termine:

Rückspiele: 3. Mai (21.05 Uhr) Finale: 16. Mai in Lyon (20.45).