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ÖBB steigerten Umsatz und Gewinn

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© ÖBB/Philipp Horak

Der Konzernumsatz der Bundesbahnen stieg um 5 Prozent auf 5,52 Mrd. Euro, der Vorsteuergewinn (EBT) legte um 6 Prozent auf 176,3 Mio. Euro zu.

Wien – Die ÖBB sind 2017 bei Umsatz und Ergebnis auf Schiene geblieben. Der Konzernumsatz der Bundesbahnen stieg um 5 Prozent auf 5,52 Mrd. Euro, der Vorsteuergewinn (EBT) legte um 6 Prozent auf 176,3 Mio. Euro zu, wie das staatliche Unternehmen am Donnerstag in seiner Bilanzpressekonferenz bekannt gab. Die Fahrgastzahlen blieben mit 246 Millionen stabil, 2016 waren es 244 Millionen Fahrgäste.

„Wir haben damit das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte der ÖBB erwirtschaftet“, sagte Vorstandschef Andreas Matthä. Vor allem der Fernverkehr sei vergangenes Jahr sehr gut gelaufen. Die Eigenkapitalquote stieg von 7,7 auf 8,1 Prozent.

Personen- und Güterverkehr wuchsen im Gleichklang umsatzseitig um je 5 Prozent. Im Personenverkehr erwirtschaften die ÖBB 2,17 Mrd. Euro, die Frachttochter Rail Cargo Group machte 2,24 Mrd. Euro Umsatz. So wie in den Vorjahren soll es auch heuer eine „moderate Preiserhöhung“ bei den Fahrscheinen geben.

ÖBB profitiert von niedrigen Zinsen

Vor allem dank niedrigerer Zinsen stand unterm Strich ein Ergebnisplus. Die ÖBB finanzieren seit dem Vorjahr die Schienenbauprojekte über die Bundesfinanzierungsagentur, wodurch sich das Finanzergebnis um 31 Mio. Euro auf minus 614 Mio. Euro verbesserte, wie der Vorstand erläuterte.

Das operative Ergebnis (EBIT) fiel mit 790 Mio. Euro hingegen um 2,6 Prozent geringer aus als noch 2016, obwohl neben dem Umsatz auch die Gesamterträge um 5 Prozent auf 6,76 Mrd. Euro stiegen. Als Grund für den operativen Gewinnrückgang gaben Vorstandschef Matthä und Finanzvorstand Josef Halbmayr die Abschreibungen an, die um 65 Mio. Euro auf 1,03 Mrd. Euro stiegen.

Das Finanzverbindlichkeiten stiegen um 750 Mio. Euro auf 23,55 Mrd. Euro, das Sachanlagevermögen hingegen stieg stärker um 1,19 Mrd. Euro auf 25,58 Mrd. Euro. Der Bahnausbau koste natürlich Geld, es würden aber auch Werte geschaffen, so Matthä. Die Investitionen der ÖBB werden zwischen 2018 und 2023 laut Rahmenplan zwischen 1,9 und 2,6 Mrd. Euro jährlich liegen. Die großen Investitionen betreffen vor allem die Südstrecke.

Fernbus gescheitert, gute Jahr für Güterverkehr

Die Pünktlichkeit betrug 2017 laut ÖBB 95,9 Prozent, damit sei man im Europavergleich an der Spitze. Die Situation über das deutsche Eck, wo es öfters Verspätungen gibt, versuche man gemeinsam mit den deutschen Kollegen zu verbessern, sagte Matthä.

Nach dem gescheiterten Fernbus-Projekt namens „Hellö“ konzentrieren sich die ÖBB bei neuen Aktivitäten auf den Autoverleih „Rail & Drive“, den Ausbau der Park&Ride-Anlagen und in Vorarlberg bekommt die ÖBB-Tochter Postbus bis zu 25 Elektrobusse. Im Spätsommer steht zudem die Auftragsvergabe für neue Fernzüge an.

2017 sei dank des Konjunkturaufschwungs auch ein gutes Jahr für den Güterverkehr gewesen, man sei deutlich stärker als der Markt gewachsen. Man wolle heuer in neue Märkte eintreten und das Geschäft nach Fernost verstärken. In welche Länder die Rail Cargo Group genau expandieren will, wollte Matthä den Journalisten und der Konkurrenz nicht verraten.

Der Betriebsgewinn (EBIT) der Frachttochter sank allerdings von 60,2 auf 57,3 Mio. Euro. Dies sei angesichts der Marktherausforderungen im Güterverkehr ein geringer Rückgang, so Halbmayr. Es gebe keine besondere Kundentreue und einen hohen Margendruck, sieht sich die RCA einem Preiskampf ausgesetzt.

Generationenwechesel steht bevor

Nicht optimal angelaufen ist das neue Joint Venture Q Logistics mit dem Salzburger Logistikunternehmen Quehenberger, wie der Vorstand einräumte. Die Integration sei im ersten Jahr der Partnerschaft wegen unterschiedlicher IT-Systeme nicht so gelungen, „wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Halbmayr. „Das hat sich auch auf das Ergebnis ausgewirkt. Wir haben ein Ergebnis erreicht, mit dem wir nicht zufrieden sind, es war im niedrigen zweistelligen Bereich negativ.“ Der Firmenwert ist um 4,7 Mio. Euro abgeschrieben worden.

In den nächsten Jahren steht bei den ÖBB wegen einer Pensionierungswelle ein Generationenwechsel an. Bis 2022 werden rund 10.000 neue Mitarbeiter gesucht. Der Personalstand werde zunächst steigen, um einen Wissenstransfer von älteren auf jüngere Kollegen zu ermöglichen, in der Folge aber dann sinken. Matthä sprach von einer dann „abschwellenden Kurve“. Ende 2017 beschäftige der ÖBB-Konzern 41.017 Mitarbeiter, dazu kommen rund 1900 Lehrlinge. (APA)