Privatisierung und Kreditverkauf drücken HSH Nordbank 2017 ins Minus
Hamburg (APA/Reuters) - Der Verkauf von faulen Krediten im Zuge der Privatisierung hat die HSH Nordbank 2017 tief in die roten Zahlen gedrüc...
Hamburg (APA/Reuters) - Der Verkauf von faulen Krediten im Zuge der Privatisierung hat die HSH Nordbank 2017 tief in die roten Zahlen gedrückt. Wegen hoher Abschläge von gut einer Milliarde Euro bei der Veräußerung von notleidenden Schiffsdarlehen lag der Vorsteuerverlust bei 453 Mio. Euro, teilte das Institut am Donnerstag mit und bestätigte damit weitgehend einen Reuters-Bericht. Operativ lief es deutlich besser.
Hier lag der Gewinn bei 238 Mio. Euro, wenn man Sondereffekte rund um die erste Privatisierung einer Landesbank ausklammert. Hamburg und Schleswig-Holstein hatten Ende Februar die HSH auf Druck der Europäischen Union für eine Milliarde Euro an Finanzinvestoren um Cerberus und J.C.Flowers verkauft.
Dem Deal müssen noch beide Länderparlamente sowie die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission zustimmen. Ein positives Votum des Kieler Landtags wird noch am Vormittag erwartet. Die Hamburger Bürgerschaft entscheidet wohl erst im Mai oder Juni. Das Institut strebt dieses sogenannte „Closing“ spätestens für das dritte Quartal an.
Bankchef Stefan Ermisch will die künftige HSH - dann mit einem neuen Namen - als Firmenkundenbank positionieren, behutsam das Auslandsgeschäft stärken und auch bei der Immobilienfinanzierung in Europa punkten. „Als kleine, gesunde und bessere Commercial-Bank aus dem Norden gibt es genug Potenziale, die wir nutzen werden“, sagte Ermisch. Er erwarte allerdings für 2018 aufgrund des Umbaus noch einen Vorsteuerverlust von rund 100 Mio. Euro. „Vor uns liegt eine mehrjährige Transformation - von einer Landesbank hin zu einer Bank mit privaten Aktionären - und Veränderungen werden zu unserem Alltag gehören.“
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