Lufthansa zahlt Preis für Kosten der Eurowings-Expansion

Frankfurt/Düsseldorf (APA/Reuters) - Kosten für die Expansion der Tochter Eurowings lasten auf den Gewinnen der Lufthansa. Das bereinigte op...

Frankfurt/Düsseldorf (APA/Reuters) - Kosten für die Expansion der Tochter Eurowings lasten auf den Gewinnen der Lufthansa. Das bereinigte operative Ergebnis stagnierte in den ersten drei Monaten des Jahres bei 26 (Vorjahr: 25) Mio. Euro, wie die Lufthansa mitteilte. Dabei steigerten Lufthansa und Swiss ihre Ergebnisse deutlich, das Fracht-Geschäft verbuchte einen Gewinnsprung - doch gegen das Minus bei Eurowings kamen sie nicht an.

Der Ausbau des Geschäfts im umkämpften deutschen Heimatmarkt nach der Air-Berlin-Pleite sei eine „einmalige Chance“, betonte Finanzchef Ulrik Svensson. Diese bringe aber auch neue Herausforderungen. Bei dem Billigflieger seien „signifikante Einmalkosten“ angefallen, räumte Lufthansa ein. Der operative Verlust summierte sich im Quartal auf 203 Mio. Euro. Auch im laufenden zweiten Quartal würden weitere Kosten anfallen, sagte Finanzchef Svensson. So hätten einige der ehemaligen Air-Berlin-Flieger nicht den Standard, den Lufthansa und Eurowings gewohnt seien. Dies müsse geändert werden, die Flugzeuge bleiben dazu am Boden. Die Lufthansa hatte gut die Hälfte der 144 Flugzeuge des pleitegegangenen Konkurrenten übernommen, um Eurowings auszubauen.

Mit den Quartalszahlen verfehlte der Konzern deutlich die Erwartungen der Analysten. An der Börse gab es dafür die Quittung: Die Aktien rutschten um bis zu 7,5 Prozent ab.

Der Konzern hat zudem seine Fühler nach der angeschlagenen Alitalia ausgestreckt. Im aktuellen Zustand werde Lufthansa den Konkurrenten aber nicht übernehmen, machte Svensson deutlich - „da haben wir kein Interesse“. Lufthansa habe in Italien vielmehr ein Konzept eingereicht, wie eine Alitalia mit niedrigeren Kosten sowie weniger Flugzeugen und Personal aussehen könnte. Dies müsse die Regierung in Rom bewerten.

Im vergangenen Jahr war neben Deutschlands zweitgrößter Fluglinie Air Berlin und dem britischen Ferienflieger Monarch auch Alitalia in die Insolvenz geschlittert. Neben Lufthansa haben auch Easyjet und ein noch unbekannter Dritter ein Auge auf die Italiener geworfen. Auch um den Billig-Flieger Norwegian gibt es Übernahmespekulationen, Svensson hielt sich dazu aber bedeckt: „Kein Kommentar.“

Insgesamt sei der Konzern mit dem ersten Quartal zufrieden, bilanzierte der Finanzchef. Lufthansa und Swiss flögen deutlich profitabler, die Gewinnprognose für das Jahr stehe weiter. Airlines fahren im reiseschwachen Jahresauftaktquartal meist rote Zahlen ein - Geld wird in der Regel erst in der Hochsaison im Sommer verdient.

~ ISIN DE0008232125 WEB http://www.lufthansa.com/

https://www.eurowings.org/ ~ APA288 2018-04-26/13:03