Wiener KAV: Gesetze 2 - Vorstand mit drei bis fünf Personen
Wien (APA) - Wie groß der Vorstand des künftigen Wiener Krankenanstaltenverbunds sein wird, der als Anstalt öffentlichen Rechts in „Wien Kli...
Wien (APA) - Wie groß der Vorstand des künftigen Wiener Krankenanstaltenverbunds sein wird, der als Anstalt öffentlichen Rechts in „Wien Kliniken“ umbenannt wird, ist noch offen. Es werden jedoch drei bis fünf Personen sein, wie Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) vor Journalisten erläuterte. Bestimmt werden diese vom Aufsichtsrat, der sich nach dem Beschluss im Landtag konstituieren wird.
Auch einen Chef wird es weiterhin geben, sprich: einen Vorsitzenden des Vorstands. Die Regionalgeschäftsstellen werden sich um insgesamt drei Gebiete (Nord/Ost, Süd und West) bzw. die entsprechenden Spitals- und Pflegeeinrichtungen dort kümmern. Sie erhalten ein Budget und die grundsätzlichen Zielvorgaben vom Vorstand. Die Personal- und Budgetverantwortung liegt dann aber in ihre Händen bzw. in jener der untergeordneten Häuser.
Besetzt werden die Regionalstellen mit zwei Verantwortlichen für den klinischen und nicht-klinischen Bereich. Eigene Bürogebäude werden für die neue Ebene nicht errichtet, wie versichert wurde. Untergebracht werden die drei Geschäftsstellen in Spitälern.
Die Mitarbeiter des Konzerns, so betonte Frauenberger, bleiben bei der Stadt angestellt und werden den Wien Kliniken zugewiesen. Auch das Interpellationsrecht des Gemeinderats - also die Möglichkeit, diesbezüglich Anfragen zu stellen - bleibe erhalten. Generell, so betonte die Ressortchefin, solle der Aufsichtsrat eng am Gesundheitsausschuss „angedockt“ werden.
Zustimmung kam von der Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz. „Die neue Rechtsform soll es ermöglichen, Entscheidungen über Finanzen und Personal direkt in den Häusern zu treffen. Das Management vor Ort wird dadurch wesentlich gestärkt und mit wichtigem Gestaltungsspielraum und Verantwortung ausgestattet“, freute sie sich. Davon würden Patienten und Mitarbeiter profitieren.
„Reformen beim KAV sind mehr als überfällig. Die heutigen Ankündigungen sind aber die übliche rot-grüne Augenauswischerei“, konstatierte hingegen der nicht amtsführende ÖVP-Stadtrat Markus Wölbitsch. Der KAV brauche vielmehr eine „echte und umfassende Neuaufstellung“, erklärter er in einer Aussendung. Seit Jahren sei der KAV ein „Sittenbild des SPÖ-Systems“. Einen regelrechten Skandal sehen die NEOS. Deren Klubchefin Beate Meinl-Reisinger beklagte etwa, dass die dann ausgegliederten „Wien Kliniken“ nicht mehr von einer Untersuchungskommission durchleuchtet werden könnten.
Apropos Opposition: Die wird benötigt, um alle geplanten Beschlüsse unter Dach und Fach zu bringen. Denn die Koalition möchte über den neuen Spitalskonzern auch ein Privatisierungsverbot verhängen. Dieses müsste ebenfalls im Landtag beschlossen werden. Nötig ist dazu allerdings eine Zweidrittelmehrheit, die rot-grünen Stimmen allein reichen dazu nicht aus. Die Ausgliederung selbst kann hingegen mit einfacher Mehrheit fixiert werden.
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