Ex-Premier Südkoreas erhofft durch Gipfel Schritte Richtung Frieden

Wien/Pjöngjang (APA) - Der südkoreanische Ex-Premier Kim Hwang-sik erhofft sich vom bevorstehenden Gipfeltreffen zwischen Südkoreas Präsiden...

Wien/Pjöngjang (APA) - Der südkoreanische Ex-Premier Kim Hwang-sik erhofft sich vom bevorstehenden Gipfeltreffen zwischen Südkoreas Präsident Moon Jae-in und dem nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un Schritte Richtung Frieden auf der Koreanischen Halbinsel. „Es ist schwierig, sich ein Ergebnis vorzustellen, aber ich hoffe, dass positive Dinge aus dem Gipfel resultieren werden“, sagte Kim am Donnerstag der APA in Wien.

Der ehemalige Ministerpräsident äußerte Unterstützung für den Annäherungskurs des linksliberalen Präsidenten Moon - keinen Selbstverständlichkeit für einen konservativen Politiker. Kim Hwang-sik war Premier von 2010 bis 2013 unter dem Konservativen Staatschef Lee Myung-bak, der die sogenannte „Sonnenschein-Politik“ seiner beiden Vorgänger gegenüber Nordkorea, in deren Rahmen zwei Nord-Süd-Gipfel stattfanden, beendete.

„Natürlich gibt es unterschiedliche Meinungen zu dem Gipfeltreffen je nach Partei, aber ich denke, der Versuch von beiden Seiten über Frieden zu sprechen, ist eine sehr wertvolle Aktivität. Das Wichtigste im Leben ist Frieden, das Treffen halte ich daher für sehr wertvoll, und ich hoffe, es geht weiter so“, sagte Kim Hwang-sik. Einen Vergleich zu den Gipfeln von 2000 und 2007 wollte Kim nicht ziehen: „Die Umstände waren damals anders.“ Vor allem betreibe Südkoreas Verbündeter USA heute eine andere Politik gegenüber Nordkorea, betonte er.

Der frühere Premier, der ein Jahr in Deutschland Jus studierte, in seiner Laufbahn auch Richter am obersten Gerichtshof Südkoreas sowie Leiter des Rechnungshofes war, geht von einer „Notwendigkeit für Gespräche“ seitens Nordkoreas aus, das „durch die UNO-Sanktionen in eine wirtschaftliche Bedrängnis geraten“ sei. Kim Hwang-sik, der 1948 geboren wurde, dem Jahr, als die beiden separaten koreanischen Staaten entstanden, wünscht sich eine atomare Abrüstung Nordkoreas. Außerdem sollte „die nordkoreanische Regierung versuchen, Reformen durchzuführen und sich der westlichen Welt öffnen“.

Auf die Frage, wie die Bevölkerung in Südkorea, die Ereignisse wahrnehme, antwortete Kim Hwang-sik: „Die Menschen wünschen sich langfristig Frieden, sie werden daher den Gipfel genau mitverfolgen.“